Uwe Minning

geb. 1963, Elektroniker, Erfinder und Geschäftsführer der AUDIVA GmbH in Kandern, kam 1991 in Kontakt mit dem Thema Logopädie und Hörtraining.

Er wuchs in Dortmund auf. Bereits mit fünf Jahren spielte er Klavier. Sein Vater baute in seiner Freizeit an Modelleisenbahnen und war Funkamateur. So entstand bei Uwe Minning schon früh Interesse am Zusammenbauen von elektronischen Teilen, wozu er auch löten lernte. Mit sieben Jahren baute er ein Radio aus einem Elektronik-Baukasten zusammen, obwohl dieser Baukasten erst für Kinder ab zehn Jahren bestimmt war.

Bereits als Kind Interesse an Elektronik

Als 8-Jähriger erhielt Uwe Minning Klavierunterricht, auch um Noten zu erlernen, doch er bevorzugte weiterhin das autodidaktische Spielen und Improvisieren, das er auch heute noch praktiziert.
In der Werkstatt seines Vaters stapelten sich defekte Fernseher. So hatte der Sohn Gelegenheit, sich mit der Messung der Bauteileigenschaften zu beschäftigen. Er stieß auf einen defekten Kondensator, wechselte diesen aus und besaß so mit 11 Jahren seinen ersten Fernseher, mit dem er seinerzeit immerhin zwei Programme empfangen konnte.

Praktikum im Beschleunigerzentrum

Im Alter von 14 und 15 Jahren absolvierte Uwe Minning ein Praktikum am Zentrum „Deutsches Elektronen Synchroton“ (DESY) in Hamburg. Er lernte dort hochwertige Messgeräte zu bedienen, informierte sich über Starkstromelektronik und erlernte Schweißen. Weiterhin baute er in diesem Zeitraum seinen ersten Musik-Synthesizer „Formant“ komplett nach, nachdem er in der Elektronikzeitschrift „Elektror“ die Vorlage dafür fand. Dadurch sammelte er schon früh praktische Erfahrungen im Bau von Filtern (VCF’s) und Lautstärkerreglern (VCA’s), die sich heute in seinen Hörwahrnehmungstrainern wiederfinden.
Hinzu kamen zwei Auszeichnungen in „Jugend forscht“ für den Bau eines Digitalvoltmeters (DVM) und eines kapazitiven Annäherungssensors zur berührungslosen Helligkeitsregelung von Lampen.
Da ihn seine privaten Studien mehr interessierten, als der Besuch des Gymnasiums, wechselte Uwe Minning mit 16 Jahren auf die Realschule und machte dort mit 17 seinen Abschluss.

Unterforderung in der Lehrzeit

Seine Eltern überredeten ihn zu einer Ausbildung bei der Deutschen Bundespost, auch um das Fachabitur zu machen. Doch in der Tätigkeiten der Lehre fühlte er sich unterfordert. Er kündigte und reparierte in seiner Freizeit Fernseher und Radios. Weiterhin nutzte er seine Zeit, um einen selbstgebauten 100 Watt UKW-Sender zu testen und einen Oszillographen sowie diverse Leistungsverstärker nachzubauen.

Beruf als Elektroniker

Noch mit 17 suchte er sich einen Job bei einer Firma, die jemanden suchte, der Ladesteuerungen für Gabelstapler repariert. Er bekam defekte Elektronik-Platinen, Schaltpläne und Messgeräte und konnte die Steuerungen recht schnell reparieren. Seine Leistungen überzeugten und so wurde aus dem Probejob eine Festanstellung als Elektroniker. In den Folgejahren arbeitete er sich hoch bis in die Entwicklungsabteilung. Es wurde gerade ein Testsystem für Platinen entwickelt, bei dem er mitwirkte.

Geschäft für gebrauchte Fernseher

Nebenbei reparierte er weiterhin defekte Fernseher und konnte mit 19 Jahren ein kleines Geschäft für den Verkauf von gebrauchten Fernsehern eröffnen: „Uwes Fernsehladen“ in Niedermarschacht an der Elbe. Zur damaligen Zeit waren solche Geräte sehr gefragt. Mit seinem Geschäft hatte er Erfolg bis Ende der 80er Jahre die Importe aus China, Taiwan und Korea nach Deutschland gelangten.

Interesse an Naturwissenschaft

In der Freizeit studierte Uwe Minning Patente und Biographien von Nikola Tesla und anderen Forschern der frühen Physikgeschichte und baute einige Versuchsanordnungen nach, die sein Verständnis von den ursprünglichen elektronischen und physikalischen Zusammenhängen förderten.
Die Vorstellung einer Maschine zur Freisetzung von kostenfreier Energie wurden zwar nicht erfüllt, doch die Pläne dazu sind unvergessen und begleiten seinen weiteren Lebensweg.

Kontakt mit Hörwahrnehmungsstörungen

1989 begegnete Uwe Minning seiner zukünftigen Frau Sabine Neukomm, einer angehenden Logopädin. Da sie kein Interesse erkennen ließ, von Basel (Schweiz) in den Norden Deutschlands zu ziehen, gab Uwe Minning sein Geschäft auf und zog nach Lörrach, um Basel möglichst nah zu sein.
Beruflich bot er Industrieservice an; er entwickelte und baute Steuerungen für Industrieunternehmen.
Parallel dazu beendete Sabine Neukomm ihr Studium für Logopädie und begann ihre Tätigkeit in Basel. Dabei merkte sie rasch: Bei den Kindern handelt es sich nicht nur um eine Sprachstörung, wie im Studium gelernt. Ihr wurde klar, dass mehr dahinter steckt, was die Kinder hemmt, wenn sie die wöchentlichen Therapiefortschritte in die Spontansprache umsetzen sollen.

Sabine Neukomm orientierte sich weiter und bekam durch ihren Vater, Ernst Neukomm (Tontechniker und Akustiker am Radio DRS, Basel), Kontakt zu einem Sprachheiltherapeuten und Logopäden aus der Nähe von Lüneburg: Friedrich Pelz. Ein Besuch und einige Hospitationszeiten bei ihm folgten. Friedrich Pelz war auch Forscher. Er verwendete das Lateraltraining früher mit Tonband, dann als Gerät.

Entstehung des ersten Lateraltrainers

Inspiriert durch diese Erkenntnisse konstruierte Uwe Minning 1991 seinen ersten Lateraltrainer und stellte ihn Friedrich Pelz zur Verfügung. Im Prinzip war das der Beginn des Unternehmens AUDIVA.
Im Selbststudium beschäftigte sich Uwe Minning intensiv mit Psychoakustik. Er studierte sämtliche Beiträge über Hörverarbeitung der Zeitschrift „Acustica“ aus den Jahren 1968 bis 1992. Hinzu kamen die Bücher des französischen Arztes Alfred A. Tomatis (1920 – 2001), der die Audio-Psycho-Phonologie (auch genannt „Tomatis-Therapie“) begründete, was zur Entwicklung seines ersten Hochtontrainers führte. Ein weiterer wichtiger Kontakt war Fred Warnke, den Uwe Minning 1992 kennenlernte und bis 1996 mit ihm zusammenarbeitete. Danach entwickelte Uwe Minning die erste Generation der Lateral-Hochton-Trainer (LHT), die inzwischen als Hörwahrnehmungstrainer (HWT) in verschiedenen Ausführungen bis heute weiterentwickelt werden.

Fachfortbildungen

Seit 1994 leitet Uwe Minning, mit Unterstützung von Sabine Minning, Fachseminare im Bereich der auditiven Wahrnehmung, Diagnostik und Therapieverfahren. Inzwischen ist AUDIVA so bekannt, dass eigenständige Referenten eingearbeitet sind, die Seminare in ihrer jeweiligen Region anbieten.

Kunst und Musik

Uwe Minning beschäftigte sich mit den Biographien von Mozart, Tomatis und Michelangelo, sensibilisierte sich auf das Thema Harmonie in der Musik und die Wirkung auf den Menschen. Er begann selbst Bilder zu malen und Musik als Mittel des persönlichen Ausdrucks zu verstehen. Er verband die Erkenntnisse der verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen als Querdenker und gelangte zu neuen Erkenntnissen und Produkten (siehe z. B. www.Hoerlicht.de).

Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern

Seit 1993 arbeitet Uwe Minning mit Dr. Henning Rosenkötter zusammen. Dieser war am Sozialpädiatrischen Zentrum Ludwigsburg beschäftigt und hat einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Dr. Rosenkötter hat sich intensiv mit der Anwendung des Hörtrainings bei Autismus und Hyperakusis auseinandergesetzt. Mit seiner Unterstützung sind die Arbeitstagungen 1996, 1997 und 2000 in Ludwigsburg entstanden. Weiterhin hat er an der AUDIVA Test-CD mitgearbeitet.
Forschungsarbeiten zur Wirkung des Lateral-Hochton-Hörtrainings bei Hyperakusis entstanden, sowie 2000 die Arbeit von Dr. Wolfgang Lambeck, Mönchengladbach, einem HNO-Arzt, der sich viel mit Sprach- und Stimmstörungen beschäftigt. Eine Zusammenarbeit entstand 2006 mit Professor Dr. Herbert Günther von der Universität Koblenz-Landau sowie mehrere Studien über die schulische Förderung (siehe Forschung).

Veröffentlichungen in der Fachpresse

Die Auseinandersetzung mit aktuellen Forschungsberichten zu den Themen Psychologie, Pädiatrie, Pädagogik, Neurologie und Psychoakustik begleiten den Alltag von Uwe Minning seit 15 Jahren. Neben dem Studium laufender Veröffentlichungen, absolvierte er ein Fachseminar zum „Limbischen System“ bei Dr. Nelson Annunciato.

In den letzten zehn Jahren gab es verschiedene Veröffentlichungen von Uwe Minning in Fachzeitschriften (siehe Presse).