Sprachtraining Phase B

Phonologische Bewusstheit

Damit Kinder Sprache richtig wahrnehmen können, benötigen sie eine sogenannte phonologische Bewusstheit und ein inneres Bild der Sprachelemente (Phoneme). Wenn Kinder z. B. nicht wissen wie ein „b“ oder „p“ klingt, können sie beim Lesen und Schreiben die Hörlaute nicht richtig mit den Schriftzeichen verbinden. Eine gestörte phonologische Bewusstheit beim Schuleintritt kann dann leicht zur Lese-Rechtschreibstörung LRS führen.

Normalerweise lernen Kinder eine phonologische Bewusstheit ganz natürlich durch das Sprachangebot im Elternhaus und in ihrem Umfeld. Immer häufiger werden diese Prozesse jedoch gestört oder entwickeln sich nicht ausreichend.

Im Laufe der Kindesentwicklung werden Hörreize zunehmend automatisch verarbeitet, so dass am Ende einer erfolgreichen Sprachentwicklung (vor der Einschulung) verschiedene Fähigkeiten entwickelt sind.

Phonologische Bewusstheit ist vorhanden, wenn das Kind folgenden Fähigkeiten beherrscht:

  • Die Richtung von Schall wahrnehmen, verschiedene Lautstärken unterscheiden und verschieden hohe Töne wahrnehmen.  
  • Lautunterscheidung, also die Fähigkeit ähnlich klingende Laute zu unterscheiden.
  • Erkennen der Anfänge und Enden von Sprachlauten, auch innerhalb von Wörtern (Silben).
  • Die Fähigkeit, Sprache auch bei Anwesenheit von störenden Geräuschen (die nicht lauter als die Sprache sind oder die aus anderen Richtungen kommen), wahrzunehmen.
  • Die Fähigkeit, unvollständig wahrgenommene Worte durch das Ergänzen einzelner Laute, dennoch richtig zu verstehen. Z. B. „Schu-hof“ wird als „Schulhof“ ergänzt und verstanden.  
  • Erkennen der Klangfärbung z. B.: Verschiedene Betonungen im Satzverlauf oder einzelner Wörter entscheiden über dessen Bedeutung im Gesamtkontext des Gesprächs (Verstehen der Prosodie).

Quelle: „Auditive Wahrnehmungsstörungen“, Dr. Henning Rosenkötter, Klett-Cotta Verlag, 2003. 

Trainingsgeräte im Bereich Sprachtherapie, um oben genannte Fähigkeiten zu trainieren:

Der Hörwahrnehmungstraininer mit Mikrofon und Kopfhörer, sowie die bewährten Übungsordner und langsam gelesene Hörbücher. Freies Sprechen und Lesen, wobei sich der Trainierende durch direktes Sprachfeedback selbst hört (Eigenwahrnehmung!).

Der DichoTrainer für gezielte Förderung der Lautunterscheidung und Sprachwahrnehmung unter erschwerten akustischen Bedingungen. Vorgegebene Worte und Silben werden mit oder ohne Druckschriftdarstellung im Gerätedisplay geübt.

Der BrainFit zur Verbesserung der Low-Level-Verarbeitung. Diese unterste Stufe trainiert basale Wahrnehmungsleistungen, ohne Sprache oder Musik einzusetzen.

Materialien zum Hörwahrnehmungstrainer in Sprachphase B

Materialien, die sich zusammen mit dem Hörwahrnehmungstrainer zur Sprach- und Lesetherapie bewährt haben, sich aber auch unabhängig einsetzen lassen: 

Kindergarten, Vorschule:

  • Für Therapeuten und Eltern: Erweiterung der bewährten Hollbach Ordnerreihe: "Holta di Polta" Übungsordner für phonologische Bewusstheit, von Meike Arends. 
  • Für Kindergärten: die Freiberger Sprachspiele, siehe http://www.sprachfoerderung-freiberg.de/ u.a. von Dr. Henning Rosenkötter entwickelt. Besonders als Einstieg zu empfehlen, bevor mit folgendem Programm gearbeitet wird:
  • Sprachspiele im Kindergarten: Würzburger Trainingsprogramm "Hören, Lauschen, Lernen" nach Küspert und Schneider (im Shop anzuschauen: TM2180).
  • Unser Hörwahrnehmungstraining ist einigen Kindergärten bereits integriert worden. Siehe hier.

Schulkinder 1. Klasse

  • Für Therapeuten und Eltern: Erweiterung der bewährten Hollbach Ordnerreihe: "Holta di Polta" Übungsordner für phonologische Bewusstheit (Vorschule bis 2. Klasse) von Meike Arends. 
  • Neu: von der gleichen Autorin: "Alles Banane", besonders für Kinder der 1. und 2. Schulklasse.

Schulkinder 2.-3. Klasse

Schulkinder ab der 4. Klasse

  • Für die Verbindung zwischen Hören und Lesen bieten wir Hörbücher in langsamen Lesetempo an. Siehe hier.
  • Für Förderunterricht und Normalklassen: Übungsordner "Lesetraining" von Hans-Werner Hollbach.
  • Sowie seit 2007 als Erweiterung "Verkehrt ist doof" von Hans-Werner Hollbach.