Die Bedeutung der Musik im AUDIVA Hörtraining

AUDIVA Musiktherapie ist einer unser wirkungsvollsten Verfahren, wenn es darauf ankommt die

  • Aufmerksamkeit zu stärken,
  • Konzentration zu verbessern,
  • Merkfähigkeit zu erhöhen.

In vielen Fällen lässt sich mit der Musiktherapie sogar

  • die Geräuschempfindlichkeit ausgleichen,
  • Hyperakusis desensibilisieren,
  • vegetative Reifung verbessern (z. B. kein Bettnässen mehr),
  • Reflexe normalisieren,
  • emotionale und soziale Kompetenz im Verhalten verbessern.

Musik – Jogging fürs Gehirn

Drei wesentliche Gründe sprechen für den Einsatz klassischer Musik in der Therapie:

  1. Musik erreicht ohne Umwege das Gefühlszentrum und das Vegetativum im Gehirn.
  2. Musik verbessert das Sprachverständnis und die Sprachfähigkeit bahnend und vorbereitend (es wird häufig übersehen, dass erst die sensorische Bahnung von Nervenbahnen erfolgt sein muss, bevor eine symptomorientierte Therapie erfolgreich sein kann).
  3. Musik fördert die Motorik (ausgeglichener Tonus als Basis jeder weiteren therapeutischen Intervention!).

Musik regt diese Bereiche an, ohne Leistungsansprüche zu stellen. Die ausgesuchten Titel von Mozart, Bach und Vivaldi wirken emotional ausgleichend. Komplexe, abwechslungsreiche Musik ist „Jogging fürs Gehirn“.

Und: Musik auf natürlichen Instrumenten gespielt, liefert die hohen Frequenzen, die im Hochtontraining durch das Trainingsgerät verstärkt werden.

Sprachförderung durch Musik

Musik ist sprachvorbereitend. Das Gehirn verarbeitet Musik bereits, bevor es die Fähigkeit zum Sprechen erlernt. Musik aktiviert Regionen auf beiden Seiten (Hemisphären) des Gehirns, sodass sie sich auch förderlich auf das Sprachzentrum auswirkt, das sich in der linken Hirnhälfte befindet. Hirnaufnahmen ließen erkennen, dass die von der Musik angesprochenen Zentren neue Verbindungen knüpfen. Eine Erkenntnis, die der Neurologe Gottfried Schlaug (Harvard-Universität) besonders für die Therapie von Schlaganfallpatienten nutzen will.

Auch Prof. Dr. med. H.G. Wieser von der Neurologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich hat sich in mehreren Veröffentlichungen mit den Zusammenhängen von Musik und Sprache beschäftigt. Er stellt u. a. fest:

„(...), dass man bei einer Sprachstörung aufgrund der engen Verknüpfung zwischen Sprache und Musik (gleichsam unter Umgehung der geschädigten Sprachmechanismen) über den Musikkanal einen Zugang zu den Sprachregionen finden und damit einen therapeutischen Ansatz zu einer Aphasietherapie schaffen kann.“

„(...) Die Musiktherapie bei Verhaltensstörungen macht sich die engen Verbindungen zur emotionalen Sphäre (zum Limbischen System) zunutze und hat in vielen psychiatrischen Krankenhäusern und Jugendheimen heute ihren anerkannten therapeutischen Stellenwert.“

Säuglinge merken sich Melodien: 

Bereits Säuglinge können sich Melodien merken, wie ein Versuch zeigte: Säuglinge im Alter von sieben Monaten bekamen zwei Wochen lang täglich zwei Mozartsonaten vorgespielt. Nach einer zweiwöchigen Pause wurden die Säuglinge auf diese Musik und ähnliche, jedoch neue, Musikstücke getestet. Die Reaktionen der Kinder zeigten, dass sie die ihnen bekannten Stücke von der neuen Musik unterscheiden konnten. Die Melodien wurden also in den sogenannten Langzeitspeicher des Gehirns übernommen (Saffran 2000).

Musikalische Phrasen werden wie verbal formulierte Sätze „gelesen“, d. h. das Gehirn beschäftigt sich automatisch mit der Fortführung von Harmonien und Melodiefolgen - selbst wenn die Aufmerksamkeit noch anderweitig gebunden ist. Dieser Vorgang ist bei anspruchsvoller Musik so aufwendig wie das Lesen eines komplexen Textes. Aufwendig heisst in diesem Fall nicht anstrengend, sondern bezeichnet die Nutzung und Vernetzung von Hirnregionen beim Hören von Mozart-, Bach- und Vivaldimusik.

Das Gehirn liebt harmonische Klänge

Nach Forschungen von Dr. Stefan Koelsch (Max-Planck-Institut Leipzig, human cognition and neuroscience) ist unsere Wahrnehmung auf die automatische Analyse von Dur-/Moll-Klängen „von Haus aus“ eingerichtet. Menschen mit und ohne Musikerfahrung, die zufällig eingestreute dissonante Töne in Harmoniefolgen (Phrasen) vorgespielt bekamen, zeigten in den abgeleiteten Hirnpotentialen (EEG) deutliche Reaktionen auf den falschen Klang. Und dies, obwohl sie kognitiv mit einem Computerspiel beschäftigt waren. Am stärksten waren solche Reaktionen gegen Ende eines musikalischen Satzes, denn an dieser Stelle ist man sich schon weitgehend sicher über seinen Ausgang (genau wie beim gesprochenen Satz).
Koelsch, S. (u.a.); Brain indices of music-processing: „Nonmusicians“ are musical; 1998 Max- Planck-Institute of Cognitive Neuroscience.

Musik fördert Kommunikation

Angenehme klassische Musik wirkt kommunikationsfördernd. Nach neuen Untersuchungen werden Hirnareale der Stimmbandsteuerung bereits aktiviert, wenn angenehme Musik „nur“ gehört wird.
Stefan Kölsch hat hinsichtlich der Bedeutung von Musik zur Enervierung sprachsteuernder Areale zahlreiche Forschungsergebnisse geliefert (vgl. u. a. 2003): Angenehme Musik aktiviert den Larynx (Quelle der Stimmgebung für Melodie, Rhythmus und emotionaler Einfärbung von Sprache), was auf eine Vermittlung von Perzeptions- zu Aktionspotentialen hindeutet. Hieraus lässt sich die Bedeutung angenehmer Musik für Sprach- und Sprechfähigkeiten ableiten.

Musik fördert Lernen und Sozialverhalten

Erwiesen ist ebenfalls, dass Kinder besser lernen und ein gutes Sozialverhalten haben, wenn sie Musikunterricht in Anspruch nehmen können.
Der Musikpädagoge Hans Günter Bastian hat in seiner 6-jährigen Langzeitstudie an Berliner Grundschulen mit und ohne Musikunterricht die Entwicklung von 170 Kindern verfolgt. Dabei fielen Kinder, die mit regelmäßigen Musikunterricht aufwuchsen, durch folgende Merkmale auf:

Die Botschaft klassischer Musik

Jede Musik hat eine Botschaft, „die Sprache der Musik“. Diese Botschaft ist in der Ton- und Rhythmusstruktur enthalten. Schlager, Rock- oder Techno-Musik haben starke rhythmische Komponenten, große Lautstärken oder unnatürliche Obertöne durch elektronische Verzerrungen. Hinzu kommen die häufige Wiederholung kurzer Phrasen. Vergleicht man Barockmusik oder Mozart mit Schlager und Popmusik ergeben sich folgende „verbale Formulierungen“:

Barock oder Mozart

Schlager, Pop

Ich baue ein schönes Haus mit einem großen Garten.

Ich baue ein Haus.

Refrain

Refrain

Das Haus hat ein geschwungene Eingangstür mit vielen Verzierungen.

Ich baue ein großes Haus.

Refrain 2

Refrain 2

In diesem Haus werden Blumenbilder hängen und eine Treppe führt direkt in den Garten.

Ein großes Haus für uns 2 -  nur für uns zwei.

Refrain 3

Refrain 3

Ich baue ein geräumiges Haus mit schönem Garten, durch den ein Bach führt.

Ich baue ein großes Haus - nur für uns zwei - Ich baue ein großes Haus.

...

...

Das ist der Unterschied zwischen Schlager/Pop und Klassik. Wir verwenden bei der AUDIVA Musiktherapie die besten Symphoniestücke, die jemals komponiert wurden: Mozart und einige Stücke von Bach und Vivaldi.

Natürliche Instrumente

Natürliche Instrumente liefern ein natürliches Klangspektrum. Während in moderner Musik elektronische Verfahren eingesetzt werden, um Klänge zu erzeugen oder zu korrigieren, haben wir in der Barock- und Mozartmusik ein Spektrum von echten Saiten und Resonanzkörpern.

weitere Informationen zur Musik: hier, hier, hier 

PHILOSOPHISCHES VON JOACHIM ERNST BEHRENDT

Joachim Ernst Berendt (1922 – 2000), deutscher Musikjournalist, war 1945 Mitbegründer des Südwestfunks (SWF). Dort moderierte er 42 Jahre Radiosendungen. Sein Radio-Feature „Nada Brahma“ zählt zu den erfolgreichsten Kultursendungen des SWF. Im Anschluss an seine Radiokarriere widmete er sich vermehrt dem Thema Hören und schrieb u. a. über medizinische, historische, physikalische, kulturelle, meditative und philosophische Aspekte. Seine Bücher wurden in 18 Sprachen übersetzt. Unter anderem hat ihn ein Zitat von Mendelssohn beindruckt, den er wie folgt zitiert: „Das Wunderbare an der Musik ist, dass sie die Dinge nicht etwa weniger präzise fassen kann als die Künste des Wortes, sondern im Gegenteil sehr viel präziser.“
Nach Behrendt spiegelt die moderne Musik die Hektik des Alltags, die Enge der Räume und die Geradlinigkeit der Straßen wieder. Die klassische Musik (für AUDIVA vor allem die Barock- und Mozartepoche) entwirft das Bild ruhiger Landschaften, weiter Räume und gewundener Flüsse.

In einem Interview gab Joachim Ernst Behrendt folgendes zu Bedenken:

„Eine Zivilisation, die das Optische und Visuelle so stark in den Vordergrund stellt, wie die unsrige, programmiert uns zwangsläufig auf Aggressivität.“

Er unterstreicht seine Aussage indem er den Mediziner und Naturforscher Lorenz Oken zitiert:

„Das Auge führt den Menschen in die Welt, das Ohr führt die Welt in den Menschen.“ Und: „Das Auge hat uns die Welt Untertan gemacht. (...) Wir sind lange genug expansiv gewesen und haben expansiv gelebt. Jetzt kommt es darauf an, die Welt in uns zu führen.“