Knochenhörer: Hören über den Schädelknochen

Bild links: Der Knochenhörer ist im Bügel des Kopfhörers QP 160 integriert. Wir fertigen dieses Model in Mono und Stereo. KHS 170 (mono) und KHS 172 (stereo). Das Vorgängermodell KHS 160A (1995 bis 2014, nur mono) wird hiermit ersetzt.

Knochenhörer Anregung:

Spüren auf der Kopfhaut: die Vibration lenkt die Aufmerksamkeit in den Kopfbereich. Der Knochenhörer liegt dabei auf dem Scheitel auf und ist im Bügel des Kopfhörers integriert. Beim im Liegen hören wird der Bügel auf die Stirn verschoben. Bei wechselnden Kopfstellungen im Spiel wird das flauschige Stirnband verwendet, es hält den Kopfhörer in Position. Manchmal wird berichtet, dass es kribbelt oder juckt - das ist als Erfolgsmeldung zu verstehen - es handelt sich ja um eine ganz neue Empfindung und normalisiert sich von selbst.

Hören über die Kopfhaut: die Vibration wird durch Knochenleitung direkt in die Hörschnecke (Cochlea) geleitet (ohne Umweg über das Mittelohr/Trommelfell).

Anwendung: Zur Intensivierung der Hörtherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit (ADS), Hyperaktivität (ADHS), Schwerhörigkeit, Mittelohrproblemen/Mittelohrschwerhörigkeit, Hörsturz, Tinnitus, starken Entwicklungsverzögerungen, geistigen Behinderungen, Autismus, Asperger Syndrom

Hören über den Knochen: Hohe Klänge, hochtongefiltert über das HWT Gerät, wirken über den Knochen ganz fein und können schöne Empfindungen auslösen.
Beim HWT praxis und beim HWT spectrum sind Knochenhöreranschlüsse bereits vorhanden. Sie können den KHS 170 oder KHS 172 dort direkt anschließen.
Beim HWT home und HWT standard wird ein externer Verstärker EHT 26 dazu geschaltet, was dann auch die Verwendung der Knochenhörer KHS 170 oder KHS 172 ermöglicht.

Spüren über Körperpunkte: der einzelne Knochenhörer S2341 zusammen mit dem externer Verstärker EHT 26 kann beliebig auf Körperpunkte aufgelegt werden. Eine Kombination mit anderen Therapiemethoden ist möglich. Das Signal kommt von einem beliebigen AudioAbspielGerät und wird durch den Verstärker EHT 26 auf ein spürbares Niveau gehoben.
Beispielsweise mit der Frequenztherapie, wo bestimmte Klänge auf genaue Körperpunkte übertragen werden. Dazu liefern wir auch Klettband mit, um den Knochenhörer auf einer Körperposition zu halten. Siehe Bilder (Klick vergrößert), am Handgelenk mit / ohne Klettband und an der Stirn mit Klettband. 
   

Grundlagen:

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Luftschall (den wir über die Außenohren/Trommelfell/Mittelohr geleitet hören - also "nomales" hören) und Knochenschall (den wir über den Knochen geleitet hören). Der Knochenhörer überträgt den Schall auf den Knochen. Es gibt an den HWT Geräten die mit Verstärker und Anschluss für Knochenhörer geliefert werden (HWT praxis und HWT spectrum) jeweils einen Regler für die Lautstärke Kopfhörer (Luftschall) und Lautstärke Knochenhörer (Knochenschall). Beide Signale werden von Hand gemischt, so dass es für den Hörer angenehm klingt und beide Wahrnehmungswege sich ergänzen.

Geschichte:

Der Begriff "Knochenhörer" ist abgeleitet von der Feststellung, dass Menschen auch hören, wenn der Schall über den Knochen geleitet wird. Das Innenohr ist im Felsenbein (dem härtesten Knochen) gut geschützt eingebettet. Zum Test können Sie sich selbst am Kopf klopfen und versuchen wahrzunehmen, ob das Klopfgeräusch von außen oder von innen kommt. Es kommt mehr von innen. Es wird über den Schädelknochen zum Innenohr geleitet, ohne dass das äussere Ohr daran beteiligt ist. Daher Knochenleitung und Knochenhörer für die Stimulierung der Knochenleitung.

Knochenhörer werden seit Jahrzehnten in der Audiometrie eingesetzt, um die Funktion des Innenohres zu überprüfen (Diagnostik). Der Grundlagenforscher Georg Bekesy hat seit der 1930er Jahren interessante Zusammenhänge zwischen dem Hören der eigenen Stimme von innen und außen publiziert, die kaum wahrgenommen wurden, jedoch von A. A. Tomatis umgesetzt wurden:

In der Tomatis-Hörtherapie werden Knochenhörer seit vielen Jahrzehnten therapeutisch eingesetzt. Das Hören über den Knochen ist dabei die Komponente des Hörens von Innen und der Luftschall des Hörens von Außen. Beides sollte in einer Balance sein, wobei das Hören von Außen, etwas sensibler sein sollte, damit die Kommunikation mit der Außenwelt optimal gelingt.