Was passiert, wenn Lärm auf den Organismus einwirkt?
"Was passiert, wenn Lärm auf den Organismus einwirkt? Wenn Schall über das Gehör in das zentralnervöse Verarbeitungssystem eindringt, dann kommt es bereits beim Hörnerv zu einer Überbetonung der ausgelösten Erregung. Diese ist abhängig von der Anstiegssteilheit des Schalles. Das ist bereits in ganz peripheren Bereichen der Hörbahn feststellbar. Und wir haben weiterhin sehr schnelle Verarbeitungsbahnen, die ohne Umschaltung diese überschießende Erregung direkt ins Stammhirn führen. Und im Stammhirn finden wir wieder eine direkte Verschaltung, durch die sehr schnell über die vegetativen Nervenbahnen Blutgefäße, Herz, Nebennieren usw. beeinflusst werden.
Auch Muskeln kontrahieren und es kommt über eine weitere zentralnervöse Schleife zu Einflüssen auf das humorale vegetative System, insbesondere auf die Hypophyse.
Neben vielen anderen wird dort das ACTH, das adrenocorticotrope Hormon verstärkt aktiviert. Dieses wirkt auf Nebenniere und Schilddrüse und bewirkt dann die Freisetzung sogenannter Streßhormone wie Kortisol, Aldosteron und viele andere mehr. Das Stammhirn wird von dieser überschießenden Erregung bereits nach 5 ms erreicht, so daß sich das Vegetativum bzw. der Organismus gegen diese überschießende Erregung bei sehr dynamischen Schalländerungen überhaupt nicht wehren kann."
Quellen:
http://www.rhein-main-institut.de/docs/symposium-1-Vortrag_Spreng.html
http://www.fluglaerm.de/Merkblaetter/BVF17-MB-LT111jb-Gehoerzeitkonstante.pdf
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AUDIVA, Uwe Minning


