Die Botenstoffe: Neurotransmitter und Hormone und Zusammenhänge mit Musik

Das Gehirn verfügt über eigene Drüsen zur Erzeugung aller lebenswichtigen Hormone und Neurotransmitter (chemishe Verbindungen, die an  wichtigen Steuer- und Regel-Vorgängen im Körper beteiligt sind). Die Neurotrasmitter wirken an den Nervenzellen im Gehirn. (für ausführliche Informationen über Neurotrasmitter folge den Link)

Die Forschung über die Biochemie des Gehirn (Zehentbauer, J. (1993)) lehrt, dass das Gehirn über ein Belohnungssystem verfügt, welches direkt stimuliert wird. In unserem Fall beim Hören angenehmer Musik. Wird die Musik als angenehm empfunden, wird beim Hören unser „Belohnungssystem“ angesprochen und der Neurotransmitter Dopamin verstärkt ausgeschüttet (Spitzer, 2009, S. 396f).

Wenn man konsequent die Möglichkeiten der hirneigenen Produktion durch akustische Stimulation (AUDIVA® HörWahrnehmungsTraining HWT) ausschöpfen würde könnte die Gabe von Wirkstoffen wie Ritalin und anderen bewusstseinsverändernden Substanzen bei unerwünschten Verhaltensweisen (ADS, ADHS),  reduziert werden,. 

Körpereigene Drogen

Das Buch "Körpereigene Drogen" von Dr. med. Josef Zehentbauer legt folgende interessante Zusammenhänge dar: 

Es geht um die Frage, wieso ein Kind zu Hause oder beim Therapeuten in der Einzelsituation besser abschneidet als in der Schule oder im Kindergarten. Das ruft oft Unverständnis zwischen Arzt, Therapeut, KindergärtnerIn oder sonstigen Pädagogen und den Eltern hervor.
Das Kind befindet sich in der Schule oder im Kindergarten in einer Gruppe anderer... und es gibt verbale und nonverbale Beziehungen. Ein "schlechtes" Kind fühlt sich auch schlecht - wenn es diese Stigmatisierung nicht mit Selbstbewusstsein ausgleichen kann. Wenn ein Kind oder Mensch sich schlecht fühlt, werden im Gehirn entsprechende Botenstoffe erzeugt. Diese blockieren dann die Wahrnehmung und das Lernen. Beim Therapeuten oder im Elternhaus ("wenn die Stimmung stimmt") sind diese Probleme weniger stark oder gar nicht vorhanden.

Stimmung, Emotionalität und andere Faktoren bewirken die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, die wiederum die Wahrnehmungsbereitschaft steuern. Die Drüsen, welche Hormone und Neurotransmitter erzeugen, liegen vor allem in den Hirnbereichen des Thalamus und Limbischen Systems oder werden von diesen Bereichen enerviert. Dadurch, dass die Hörbahn bereits vom Innenohr zum Thalamus und limbischen System viele Verknüpfungen hat, wirken wahrgenommene akustische Signale besonders auf die Tätigkeit dieser Drüsen ein. (Bsp.: Tonfall der Stimme, Musik ...)

Musik wird seit Jahrtausenden zur Heilung eingesetzt. Es ist allgemein anerkannt, dass Musik (und auch die Tonalität der Sprache) Stimmungen beeinflussen. Harmonische Musik (Mozart, Barock) fördert harmonische Stimmungen und damit die entsprechenden Botenstoffe. Diese machen die Kinder glücklicher bzw. innerlich stärker (positive Botenstoffe fördern). Unter Einfluss körpereigener Opiate (nicht mit Dorgenkonsum verwechseln, diese Optiate sind ganz natürlich und selbst produziert) etwa können bessere Leistungen erbracht werden, dies gilt auch für Erwachsene. Dies ist eine Interpretation der Wirkung von Hörtraining mit Musik auf der neurochemischen Ebene.

Es gibt zunehmend Therapien, in denen künstlicher Ersatz geschaffen wird wie durch Dopaminpillen (v.a. in den USA) und Ritalin, weil der Körper diese anscheinend nicht ausreichend selbst herstellt. Wenn ein Hörwahrnehmungstraining mit Musik die eigenen Möglichkeiten des Körpers soweit anregt, das er ein Defizit selbst ausgleichen kann, kann hier eine medikamentöse Therapie eventuell abgebaut werden. Wir unterstützen gern entsprechende Forschungen. Sprechen Sie uns an!

(1) Spitzer, M. (2003). Lernen: Gehirnforschung und Schule des Lebens. Spektrum Akad. Verlag

(2) Spitzer, M. (2002). Musik im Kopf: Hören Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk. Schattauer Verlag

(3) Spitzer, M. (2009). Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk (9. unveränderter Nachdruck der 1. Aufl.). Stuttgart: Schattauer.

(4) Trehub, Sandra E., Anna M. Unyk & Laurel J. Trainor. (1993). Adults identify infant-directed music across cultures. Infant Behavior & Developmen,t 16/2, 193-211. 

(5) Zehentbauer, J. (1993). Körpereigene Drogen - die ungenutzten Fähigkeiten unseres Gehirns., München: Artemis & Winkler Verlag. > siehe unten

(6) Zenner, H.P. & Gitter, H. (1987). Die Schallverarbeitung des Ohres - ein Bericht über die aufregenden Experimente mit mikrochirugisch isolierten Haarzellen. Physik in unserer Zeit, 4, 97-105. 

(7) Borg, E. & Zakrisson, J.E. (1975). The activity of the stapedius muscle in man during vocalization. Acta Otolaryngo,l 79, 325-333.

Musik stimuliert Neurotransmitter