Periferes System:

(1) Aussenohr
Es dient durch seine Form dem Richtungshören in der Medianebene (oben-unten). Seine Form bewirkt Klangveränderung am Trommelfell, je nach Kopfstellung zur Schallquelle.

(2) Mittelohr
Übertragung Luftschall (Trommelfell), Körperschall (Mittelohr-Knöchelchen), Wasserschall (Innenohr). Schutzreflex bei großer Lautstärke (ca. 20ms verzögert) durch Mittelohrmuskeln und dynamische Dämpfung der Schallleitung beim Selbstsprechen.

  • Die Mittelohrfunktion (enerviert über Facialis-Nerv) lässt sich durch Lateraltraining (im HWT enthalten) anregen.

Zentrales System:

(3) Cochlea (Innenohr)

"Wasserwelle" in der lymphatischen Flüssigkeit der Cochlea. Auslenkung der Welle erregt innere Haarzellen, die Höhe der Welle wird durch die äußeren Haarzellen aktiv mitgestaltet (absteigende Bahnen).

  • Die Cochlea (Hörschnecke) ist der Anfang aller Hörinformationen für das Gehirn. Gezeigt sind rechts im Bild die aufsteigenden Bahnen der etwa 4.000 inneren Haarzellen (Pfeile nach oben), die verschiedene Kerngebiete durchlaufen.
  • Die hohen Frequenzen sind als blauer Kreis, die mittleren als grüner und die tiefen als roter Kreis dargestellt. Sie finden sich in der gleichen Anordnung in der Hirnrinde (7) wieder. Die Hörbahn ist demnach sehr ordentlich strukturiert (auch tonotop genannt). Es ist also sehr wichtig, dass die Frequenzen 20 bis ca. 20.000 Hz auch im Kortex geordnet vorliegen.
  • Die etwa 12.000 absteigenden Bahnen vom Gehirn zum Innenohr erregen dort die äußeren Haarzellen (nicht im Bild rechts). So wird die Auslenkung der "Wasserwelle" mit gestaltet, was einem aktiven Filterprozess entspricht und dem Verstehen im Störschall dient. Bei Störungsbildern wie AVWS ist dieser Filterprozess vermutlich nicht optimal entwickelt. Oder er geht im Alter zurück und das Verstehen im Störschall wird schwierig.
  • Die wechselseitige Frequenzbewegung im HörWahrnehmungsTraining (HWT) regt diesen Regelkreislauf innere Haarzellen - afferent zum Gehirn - efferent Gehirn zur Cochlea an äußeren Haarzellen an.

(4) Cochleariskerne, laterale Schleife (Teil der Formatio Reticularis, Stammhirn)
bestimmte Frequenzen selektieren, lauschen, linkes/rechtes Ohrsignal vergleichen und z.B. Richtungshören in der Horizontalebene erkennen.

  • Anregung durch wechselseitige Klangbewegung im HörWahrnehmungsTraining (HWT). Demo.

(5) Vierhügel, Kniehöcker im Thalamus
Repräsentationen des Raumes (Richtungshören), Integration auditiver-visueller Reize zu sontanen motorischen Signalen (Sakkaden, Kopfdrehungen, Körperwendungen - gestört bei adHs), Hörnerven hier gemäß des Hörraumes angeordnet, Frequenzabbildung wie in Cochlea (tonotop) > emotionales Hören, zeitliche Muster zusammenfassen, Verbindungen zum Tastsinn und Muskelfeedback

  • Emotionale Bewertung. Erzeugung der Neurotransmitter. Diese werden durch die "Sprache der Musik" im HWT angeregt. Deshalb ist die harmonische Musikauswahl so bedeutsam !!!

(6) Hippokampus (siehe Seite Neuropsychologie)

(7) Akustische Rinde A1

Frequenzabbildung wie in Cochlea (tonotop - dieses Ordnungsprinzip zieht sich durch die gesamte Hörbahn)
> Beginn der höheren Hirnfunktionen wie richtig verstehen, richtig Schreiben, Lesen, Lesefluss. Orts-Zeit-Muster zusammenfassen und Verbindungen zu sprachbezogenen Verarbeitungsbereichen schaffen. 

(8) Verbindung ins vegetative Nervensystem (Nervus Vagus)

Noch bevor Hören bewusst wird in (7) und nachfolgenden, langsamen Bereichen, ist schon der Körper über das vegetative System am "strampeln" (alarmiert) und drückt Überforderung durch unkontrollierte unbewusste Bewegungen aus.

  • Man kann adHs auch als Rest von frühkindlichen Verhaltensmustern und Reflexen betrachten. Eine überwiegende "H" Komponente braucht Berührung und Empfindung des Eigenkörpers. Oft kam dies zu kurz.
    Dazu bietet Audiva® die Klangfühlbox an.

 

 

Audiva® verbindet.
Altes und neues Wissen. Siehe unsere Impulsgeber.
Audiva® verhindert, dass wir blind im Aberglauben des technisch digitalen Zeitalters den Kontakt zur Natur des Klanges verlieren. Also kein MP3.

Im Text links finden Sie die Erklärungen zu den Punkten 1 bis 8. Doppelklicken zeigt eine vergrößerte Bilddarstellung.

 

Als Ergänzung hier noch weitere Darstellungen der Hörbahn:

Diese Darstellung zeigt einen aufwärts strebenden Hauptzweig und nur eine Seite.

Oben links sehen Sie Hemmung oder Bahnung. Das ist das Wesentliche, denn hier wird bei Überforderung im Stammhirn der kortikale Bereich durch Hemmung geschützt. Kinder wirken wie Träumer, schalten einfach ab. Erwachsene meiden laute Situationen und ziehen sich zurück.

 

Diese Darstellung der Hörbahn zeigt im grünen Pfad deutlich die Wichtigkeit der unspezifischen akustischen Wirkung auf Hormone und Neurotransmitter.