Wirkungen
Typische Verhaltensweisen, bei denen AUDIVA eingesetzt wird:
- Max hört gut, er hört aber selten zu.
- Peter liest fließend, versteht den Inhalt jedoch nicht.
- Tina zuckt bei einem lauten Geräusch zusammen oder stößt einen Schrei aus.
- Stefan verwechselt mit seinen 9 Jahren immer noch links und rechts. Außerdem verdreht oder vergisst er beim Schreiben Buchstaben. Mit 6 Jahren besuchte er die Logopädie, weil er oft T und K verwechselte (Tuh statt Kuh).
- Sandro hört den Laut, kann ihn aber nicht mit einem Buchstaben oder Wort verbinden.
- Martinas Leistungen (Diktat) sind zu Hause besser als in der Schule.
- Claudia sitzt oft stundenlang an den Hausaufgaben. Sie träumt und trödelt. Bis sie endlich ein Gedicht auswendig kann, dauert es. Leider behält sie den Inhalt selten bis zum nächsten Morgen.
- Marianne kommt sehr müde und agressiv aus der Schule. Alles ist dort so laut und die Stimme der Lehrerin klingt gleich laut wie alle anderen Geräusche (gestörte Figur-Grundwahrnehmung).
- Andreas spricht äußerst laut. Einen Rhythmus korrekt nachzuklatschen, gelingt ihm nur schwer.
Beispiele aus der Praxis:
Wirkungen auf die Merkfähigkeit und das Lernen:
Kinder, die aufgrund negativer Hörerfahrungen Hemmungen in der Hörverarbeitung entwickeln und daher funktionelle Defizite aufweisen, wie z.B. eine stark verminderte Merkfähigkeit, können durch ein Hörwahrnehmungstraining besonders aufnahmefähig werden. Hierzu das folgende Beispiel: ein Junge hat nach seinem Schulbesuch am nachmittag zu Hause fast immer alles vergessen, was er gelernt hatte. Auch wusste er seine Hausaufgaben nich mehr. Die Mutter setzte sich überdurchschnittlich ein, übte immer wieder mit ihm. Trotzdem hat er in der Schule schlechte Leistungen erbracht. Seit er täglich morgens vor der Schule Hörwahrnehmungstraining betreibt, hat er laut seiner Mutter am mittag noch alles behalten, weiß seine Hausaufgaben und macht diese viel schneller als früher. Dies hat sich in mehreren Fällen wiederholt.
Wirkungen bei phonematischer Differenzierungsstörungen:
Ein Beispiel: ein Kind verwechselt bestimmte Laute (meist Konsonanten). Es scheint die Unterschiede zwischen den Lauten gar nicht zu bemerken. In der Praxis gelingt ihm manchmal die Unterscheidung, in der Schule und zu Hause fällt es jedoch wieder in das alte Muster zurück. Insgesamt ist die Therapie wenig erfolgreich, da die Integration immer wieder scheitert. Nun setzt das Kind Kopfhörer auf und hört die Anweisungen des Therapeuten ganz nah und direkt. Der Therapeut hat den Hochtonanteil auf 4000 Hz gestellt (AUDIVA Hörwahrnehmungstrainer HWT), um ihm die Laute ganz besonders deutlich darzubieten. Er hat die Wirkung auf 75 % eingestellt (nicht 100 %, um den Patienten nicht zu überraschen). Nun hört der Patient die Problemlaute besonders deutlich und erkennt die Unterschiede zwischen den Lauten, die er vorher immer wieder verwechselte, ganz bewusst. Viele Therapeuten berichten überrascht, dass die Patienten das Gemeinte nun besser begreifen. Dadurch, dass der Patient sich selbst über Kopfhörer hört und automatisch kontrolliert, ist die akustische Rückkopplung besser und damit seine innere Integration. Damit kann ein besonders intensiver Einfluss auf die internen phonematischen Muster genommen werden. Das Gehirn lernt die Laute, die es deutlicher hört.
Immunsystem und Bettnässen:
Ein Kind, welches mit 8 Jahren noch bettnässte, hat damit nach dem Hörtraining aufgehört. Kinder, die immer wieder an wiederholten Erkältungen und damit Hörproblemen litten, hatten nach dem Hörtraining weniger Infekte und waren stabiler in der Abwehr von diesen Infekten (ein Hinweis auf die Steuerung der Neurotransmitter und anderen Botenstoffe im Körper durch das Hören).
Eine Wirkung auf das vegetative Nervensystem.
Die beschriebenen Beispiele legen nahe, dass ein Hörwahrnehmungstraining auf mehreren parallelen Ebenen im Gehirn einwirkt.


