Periferes Gehör

Bild 1

Bild 1:  Über das Außenohr gelangt der Schall durch den Gehörgang zum Trommelfell. Der Schall bringt das Trommelfell zum Schwingen. Das Trommelfell überträgt die Schwingung an die Mittelohrknöchelchen, welche den Schall bis zum Innenohr (Cochlea) weitergeben. Im Innenohr wird die Energie des Schalls durch die inneren Haarzellen in neuronale Erregungen (bioelektrische Energie) umgewandelt, die über Nervenfaserbündel weiter ins Gehirn geleitet werden (Hörstrahlung).

Differenzierung der Außenohrfunktion:

1) Der Hauptschall gelangt, wie allgemein bekannt, in den Gehörgang.

2) Ein weiterer richtungsabhängiger Schallanteil (hohe Frequenzen) wird in der äußeren Krempe des Aussenohres eingefangen. Dabei wirkt der Darwinsche Höcker, eine kleine Wulst am oberen Außenohr, als ein Hindernis und der Schall wird erst nach Reflexion an der inneren Krempe in den Gehörgang geleitet. Dadurch wird ein zeitverzögertes, zweites Schallsignal erzeugt, welches im zeitlichen Abstand zum Hauptsignal von der Einfallsrichtung abhängig ist.

Damit ist es - wenn auch erschwert - möglich, mit nur einem Ohr die Richtung wahrzunehmen.

Mittelohr

Die Muskeln im Mittelohr zählen zu den kleinsten Muskeln des menschlichen Körpers.

Die Aktivität der Mittelohrmuskulatur ist nicht bewusst gesteuert sondern bleibt als Reflex das ganze Leben bestehen.

Ein Reflex der Hörschäden verhindern kann. Seine Reaktionszeit liegt bei Schall von aussen bei etwa 20 ms. Die Muskelreaktion kann das empfindliche Innenohr schützen. Doch 20 ms sind in Zeiten der Explosionen durch Waffen zu kurz (Hörverlust durch Waffenexplosionen in Ohrnähe). Daran hat die Evolution nicht gedacht.

Auch an die Medienentwicklung hat sie nicht gedacht. Auch nicht an die Zunahme von lauten Geräuschen der technischen Evolution im Arbeitsleben. Sind es doch gerade mal ~100 Jahre seit unsere Ohren mit solchen künstlichen Lautheiten zu tun haben. 

Das Gehör ist ein offenes System. Es hat keine Augenlieder, die bewusst geschlossen werden können.

Es ist deswegen offen, weil wir über das Gehör die Kommunikation mit unseren Mitmenschen pflegen und erleben. Dies war und ist in der Evolution der wichtigste Aspekt. Das Ohr ist das Tor zur Seele. Da die Seele (wo auch immer sie lokalisiert ist) irgendwo im innern sein muss, ist das Hörerleben immer ein inneres Erleben.

Es ist verwunderlich, wie wir westlichen Menschen so unverantwortlich und unbewusst mit dem Gehör umgehen.

Es gibt in unserem Hilfsmittelsystem nicht einmal eine Kategorie für Hörtrainings. Unser Hilfsmittelsystem erwartet NIE, dass ein Hördefizit irgendwie verbessert werden könnte. Das einzige was den Betroffenen verordnet wird, ist ein Hörgerät, welches das Verlorene ausgleichen soll. Doch wo sind die Möglichkeiten der aktiven Verbesserung durch Hörtraining?