Interpretation eines Audiogrammes

- Bild oben: normgerechte Hörschwelle

- Bild mitte: 20dB Verlust

- Bild unten: 20dB Verlust ab 3000Hz
Audiogramme von Kindern bei Verdacht auf Hör- (wahrnehmungs) problemen:
Meist werden Hörverluste von bis zu 30 dB als normal interpretiert. Erst ab 35-40dB wird reagiert (graues Band in den Bildern).
Die kindliche Hirnentwicklung wird entsprechend dem Hörverlust geschwächt. Es entstehen weniger neuronale Verbindungen zu schwach gehörten Frequenzen. Deshalb sollte der Therapeut die Hörschwelle kennen und mit der Aufmerksamkeit, Hörverarbeitung, Sprachentwicklung und der Lese-Rechtschreib Leistung vergleichen.
Leichte perifere Hörschwächen können die Entwicklung beeinflussen, je nachdem wie lange diese bestehen oder bestanden haben. Laute werden verwechselt, eingeschränktes Sprachverständnis, geringe Merkfähigkeit, verlangsamte Reaktion usw. bis hin zu Diktatfehlern und auditiven Wahrnehmungsstörungen oder zentralen Hörstörungen.
Liefert der untersuchende Arzt nur einen schriftlichen Bericht ab, empfehlen wir das Audiogramm selbst anzufordern und auf Hörschwächen zu untersuchen. Die Linie sollte bei allen Messtönen bei 0 dB liegen - also eine relativ gerade Linie ergeben. Abweichungen ab 15 dB sehen wir bei parallelen Defiziten als bedeutsam an. Wir empfehlen zur Bestimmung der Hörschwelle unseren Hörscreener, um die Messung selbst durchzuführen.
Mögliche Zusammenhänge und Ursachen:
- häufige Mittelohrenentzündungen
- Bei Verschleimung des Mittelohrs wird das Trommelfell geschlitzt und Röhrchen eingesetzt. Leider auch wiederholt, was im Resultat ein vernarbtes Trommelfell mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit nach sich zieht.
Ursache von Mittelohrproblemen: da es sich um eine Schleimhautreaktion handelt, können Allergien eine Rolle spielen (z.B. Milch-, Weizen- oder Zuckerallergie). Hier ist unbedingt zu empfehlen, einen entsprechenden Arzt oder Heilpraktiker aufzusuchen. - Fehlende Nachsorge bei äußerlich verheilter Mittelohrproblematik. Die zähen Schleim- und Eiterreste können die feinen Knochen und Muskeln im Mittelohr noch bedecken und die Schalleitung vermindern.
- häufige oder chronische Erkältungen
Ausgelöst durch Allergien oder durch eine Abwehrschwäche. Diese Probleme können mit dem Älterwerden verschwinden. Was bleibt, ist womöglich die Hörschwäche perifer oder eine Entwicklungsschwäche in der Hörverarbeitung und Wahrnehmung.
Nachsorge durch Hörwahrnehmungstraining
Um die Auswirkungen chronischer Mittelohrprobleme auszugleichen bieten wir folgende Methoden an:
Musiktherapie in Phase A bewirkt:
- neuronale Entwicklung durch musikalische Entwicklungsimpulse anregen, die verteilt in zahlreichen Hirnregionen verarbeitet wird, die auch für Sprache wichtig sind (siehe Trainingsprogramm Phase A).
- Dabei die hohen Frequenzen besonders stark anregen:
- um durch Mikromassage der Mittelohrmuskulatur, die Knochen und Muskeln von Sekretrückständen zu befreien.
- um die Weiterleitung hoher Frequenzen an die Hirnrinde zu verbessern, damit analog die Sprachfrequenzen besser wahrgenommen werden.
- Dabei lateralisieren (Klangbewegung links-rechts):
- um die Mittelohrmuskulatur wechselseitig in Bewegung zu bringen
- um beide Hörbahnen besser miteinander zu verbinden (besonders bei einseitiger Mittelohrstörung)
- Auf diese Weise können Sie Verbesserungen der Hörschwelle von 10 bis 30 dB erreichen. Wichtig ist dabei: nicht zu lange warten. Bei Fünfjährigen sind die Erfolge schneller zu erwarten als bei 10 Jährigen, wenn beide mit 3-4 Jahren Mittelohrprobleme hatten.
Sprach- und Lesetherapie in Phase B:
Ist nur durchzuführen, wenn auch Sprach-, Lese- und/oder Rechtschreibprobleme (je nach Alter) aufzuholen sind. Dort stehen vor allem sprachliche Aspekte (Hören von Sprache, Sprechen, Lesen und Schreiben) im Vordergrund (siehe Trainingsprogramm Phase B).


