Stimmt die Stimme ?
Singen & Stimmen
Dieser Beitrag richtet sich an in der Technik des Gesangs ausgebildete Sänger, die in ihrer Qualität der Darbietung leichte bis wesentliche Einschränkungen an sich selbst verspüren. Womöglich sind Sie schon von "Pontius zu Pilatus" gelaufen, um ihr Problem erklären und beseitigen zu lassen, doch wenn niemand ihr Ohr, oder besser: was Ihr Gehirn, ihr Körper aus dem Gehörten macht, untersuchte, sind Sie HIER genau richtig.
Stimmt die Stimme ?
Singen besteht physiologisch aus einer Vielzahl von muskulären Vorgängen des gesamten Körpers, die darin münden, Luft- und Stimmbänder als Antrieb und die Resonanzräume für den optimalen Stimmklang einzusetzen. In den verschiedenen Formen von Gesangsschulungen werden diese Körperfunktionen bewusst gemacht und intensiv geübt.
Die Bedeutung der Sinne, des Hörsinnes im Besonderen, wird oft nicht in dem Maße gefördert oder Bedeutung beigemessen, wie ihm zukommen müßte.
Wenn man nach Tomatis geht, so steht das Ohr an erster Stelle für den Ablauf des Singens. Das bestätigen auch meine Erfahrungen mit Stimm-Messungen, denn ein direkter Vergleich von Stimmfrequenzen ohne und mit Stimmfeedback über ein Filter, zeigt einen deutlichen Zuwachs an Obertönen (Formanten).
Lässt die Stimmqualität des Sängers mit der Zeit nach, kann das verschiedene Ursachen in der Hörverarbeitung haben:
- Tinnitus (schon leichte Tinnitustöne können das Vegetativum stören)
- Hörsturz (auch kleine Hörstürze vermindern die Hörfähigkeit)
- Geräuschempfindlichkeit (Verhaltensreaktionen auf laute Geräusche (Hyperakusis))
Diese Störungen wirken sich auf die Spannung/Entspannung der Körpermuskulatur aus. Die Klangsäule wird gestört, Kompensation tritt ein.
Ursache können Hörstürze, wie auch Ohren- und Tubenentzündungen bis hin zu entzündlichen Prozessen im Zahn- und Kieferbereich sein.
Als Sänger sollte man sich auf jeden Fall vor einer Operation am Ohr oder Stimmbändern alternative Ratschläge einholen, da einmal entfernte Körperteile für immer verloren/verändert sind und die Qualität des Hörsinnes direkten Einfluss auf die Stimme/Stimmbänder hat.
Die störenden Wirkungen auf den vegetativen Bereich lassen sich bewusst kaum regulieren oder ausgleichen, denn sie sind vom Gehirn her über die Formatio Reticularis und das Kleinhirn geregelt. Über das Ohr werden diese Regionen jedoch direkt enerviert, so dass dem Sänger ein Hochton-Hörtraining mit Musik oder Oberton-Stimm-Feedback helfen kann.



