Gehör Tuning

- StimmTrainer ST 3000 im Einsatz
Wir gehen davon aus, dass über das Ohr ein messbarer Einfluss auf die spontanen (unbewusst ablaufenden) motorischen Prozesse möglich ist, die beim Singen oder Instrumentalspiel wirken.
Laufen diese unbewussten Prozesse flüssiger, gelingt auch die bewusste Kontrolle nach Noten, Text oder Abruf von Erfahrungen/Gelerntem leichter.
Das Gehör Tuning, die Aktivierung von Hör-Prozessen erfolgt über Kopf- oder Ohrhörer mittels
- Aktives Singen oder Musizieren, über Mikrofon - Stimmtrainer - Ohrhörer. Dabei wird der Regelkreis Stimm-/Instrumentalmotorik - Hörwahrnehmung - Motorische Aktion zugunsten hoher Frequenzen verstärkt. Dies bewirkt eine deutlichere Ausprägung der Obertöne im Resultat. Anwendbar für Sänger und Instrumentalisten, das Gerät ist klein und kann am Körper getragen werden (siehe Bild). Im Shop
- Ausgleichende Anregung in Ruhe- oder Vorbereitungsphasen mit ausgewählter Mozart-Musik mit verstärktem Hochton-Gehalt und Lateralisierung über ein HWT-Gerät. Von diesem speziellem Hören geht ein vegetativ entspannender Effekt aus: muskulär entspannend, einsetzender Gähnreflex und Tonusregulation. Dieses Musik-Hörtraining wird über mehrere Wochen bis Monate in den Tagesablauf eingebaut. Es ist dabei problemlos möglich andere Beschäftigungen durchzuführen, während man die Kopfhörer trägt. Im Shop
- einem Rauschsignal, welches ebenfalls hochtonverstärkt über Ohrhörer angeboten wird. Dieses Verfahren ist besonders einfach in den Tagesablauf zu integrieren, da das Gerät am Körper getragen werden kann. Siehe hier. Dieses Rauschen hat z.B. im kinesiologisch energetischem Grundtest erbracht, dass Sie egal wie ihre Körperausrichtung ist - Füsse parallel, Füsse nach aussen oder nach innen rotierend, Sie immer eine starke Muskelreaktion zeigen. Das war bei mir besonders beeindruckend und ich habe das Gefühl, es irritiert den Bereich der kinesiologischen schaffenden Therapeuten, weil Sie plötzlich nur noch stabile Muskelantworten bekommen.
Der Kontakt zur eigenen Singstimme über Mikrofon- Hochtonfilter- Kopfhörer bringt oft spontan ein befreiteres Singen. Verbesserung der Stimmqualität, durch alle Oktaven, durch Spektralmessung über den PC sichtbar gemacht. Die Spektrogramme werden ausgedruckt und dokumentieren den Verlauf der Stimmqualität (Software: SFT oder Audition/CoolEdit).
Dabei kommt es bei unserer Methode nicht darauf an, ein bestimmtes Ohr hervorzuheben, worin sich unser Verfahren von Tomatis unterscheidet. Wir nutzen die zahlreichen Querverschaltungen zwischen beiden Ohrsignalen, die sich auf allen Ebenen der Hörbahn befinden:
- auf der vegetativen Ebene, im Bereich Formatio Reticularis (mit Verschaltung zum Kleinhirn),
- auf der emotionalen Ebene (im Gefühlsbereich, Limbisches System, Neurotransmitter), lokalisiert im Bereich des Vierhügel-Gebietes und
- in den Hemisphären, zwischen linker und rechter Hirnhälfte über das Corpus callosum
Ziel ist das Empfinden der inneren Klangsäule. Befreites Singen ohne Verkrampfung und Kompensation.
Tomatis ist weltweit das Urgestein. Er hat wunderbare Erfahrungen mit Sängern gehabt. Seine mir bekannte Theorie in Bezug auf Gesang reduziert sich jedoch auf die Länge der Nervenbahnen zur Enervierung der Stimmbänder von linker und rechter Hirn-Hemisphäre. Doch ist diese Verbindung ist abhängig von der Myelinisierung, die wiederum von der aktuellen Hördominanz und Hörgewohnheit abhängt, die wir mit dem AUDIVA Training durchbrechen.
Die Stimme gehorcht den Ohren mehr als dem Willen. Womit die willentliche Kompensation gemeint ist, die einen freien Fluss behindert. Es geht darum die innere Klangsäule, vertikal durch den Körper gehend, von unten her Bauch- und Zwerchfell- gestützt, abgeleitet und referenziert durch Beine und Boden mit den Kopfregistern in einen freien Fluss zu bringen, so dass der Wille "nur noch" die Steuerung der gewünschten Tonhöhe und Ausdrucksart bestimmt.
Wenn der obere Pol der vertikalen Stimme fehlt, entgeht die Struktur der gesamten Säule einer Kontrolle.
Dies ist der Fall, wenn bei gutem Material das Gehör nicht optimal eingesetzt werden kann. Dann fehlt die Autonomie der Stimme, ihre Selbstentfaltungskraft, wenn der Sänger sich ganz seinem Werk hingibt. Er verspürte keinen Spaß mehr an seinem eigenen Gesang (obwohl dieser sehr hochwertig sein kann), da er sich bewusst ist, bestimmte Register würden ihm Schwierigkeiten bereiten. Jede Erfahrung von Schwachstellen im eigenen Gesang erzeugt inneren Stress, der wiederum zu Verkrampfung und Versteifung der Muskulatur führt (vegetative Reaktion). Dann setzt der Wille überstark ein und unterbricht den Fluss der Stimmgestaltung. Das Mittelmaß wäre die Folge.
Ersatzstrategien helfen einstweilen bei verminderter Qualität, können jedoch ohne Training nicht zur Erhaltung oder gar Erhöhung der Qualität genügen. Solche Ersatzstrategien sind das Abrufen von früheren Erfahrungsmustern, wie die Stimme optimal zu steuern ist. Fehlt die autonome (unbewusste) Ohr-Regulation, verkrampft das Singen zusehends und wird mehr zur Last als zur Erfüllung.
Dem liegen die vegetativen Regelkreise zu Grunde, die ALLE muskulären Vorgänge mit einem Grundtonus belegen, der entweder ent- oder verspannend gerichtet ist. Verspannung tritt automatisch (vegetativ gesteuert) ein, wenn in bestimmten Situationen das Hören unangenehm ist. Das manifestiert sich mit der Zeit zu Blockaden, die jeden Durchlass der neuronalen Energie in bestimmten (individuellen) Bereichen behindern. Die Erfahrung als Information wird in allen Muskeln, wie im Gehirn gespeichert. Die Auflösung gelingt jedoch recht schnell, denn - wie bereits zuvor gesagt - was mal gekonnt wurde wird nie gänzlich verlernt.
Ein solch vegetativ begründetes Defizit wird im allgemeinen auch als "Vegetative Dystonie" bezeichnet. Es gilt auch als Alibi - Diagnostik - Aussage, wenn nichts organisches gefunden wird.
Im Laufe des Trainings ergeben sich meist spontane Reaktionen die sich vegetativ ausgleichend auswirken, was jeder Sänger individuell spürt.
Fazit:
Der Sänger, der nur mit Willen seine Leistungen bringt ist nicht im Fluss mit sich selbst. Er mag zwar gute Leistungen vollbringen, doch wird das Publikum merken, dass er nicht frei singt. Ein Sänger, der seine innere Säule der Register spürt hat eine spielerische, freie Art damit umzugehen, er braucht keinen überstarken Willen, um dies zu erreichen, seine Stimme gehorcht ihm auch so. Er fühlt sich sicher und stark, hat das Bewusstsein etwas Besonderes und Schönes zu präsentieren - sich selbst.
Uwe Minning, AUDIVA, 12/2006, korrigiert 02/2010
wer sich angesprochen fühlt, kann ein privates Gespräch mit mir unter der Durchwahl 07626-9779-14 bekommen.


