Bedeutung der Musik

Die Bedeutung von Musik, Hochtonfilterung, Lateralbewegung und Hören über Kopfhörer:

In unserem Training verwenden wir Musik (von CD), das Gerät HWT home/standard (mit Hochtonfilter und Lateralbewegung), gute Kopfhörer und den Faktor Zeit für ein regelmäßiges Hörtraining. Diese 4 Komponenten werden jetzt genauer beschrieben:

Musik ist für ein erfolgreiches Training wichtig: sie liefert harmonische Inhalte, vor allem in der Mozart- und Barockmusik (Vivaldi, Händel, Bach...).

Sicherlich können Sie den Erholungswert von Naturgeräuschen (Wellen, Wind und Vögel) und die alltägliche Belastung durch Lärm (Straße, Stadt, PC-Geräusche...) bestätigen. Es kommt nicht nur auf die Lautstärke an, sondern auf die Qualität des Geräusches (was sagt es aus?).

Besonders die Kompositionen von Mozart sind hochstrukturiert, lieblich und beschwingt. Das Gehirn verfolgt die musikalische Struktur (auch ohne bewusste Zuwendung!) und entwickelt (im Unterschied zu Pop- oder Schlagermusik) ein feinfühliges Gebäude von melodischen Strukuren. Nach neuen Forschungen (www.Stefan-Koelsch.de) ist selbst das Gehirn eines Kindes, das beim Hören GameBoy(R) spielt, ständig mit der Harmonieanalyse beschäftigt. Während das Gehirn die Musik verfolgt, werden bereits sprachsteuernde Areale aktiviert - und das ohne bewusste Anstrengung. Wir nutzen diese Effekte, indem wir erst Musik und danach Spracharbeit ansetzen. Sehen Sie dazu folgende Tabelle:

Phase A: Musik
ca. 1. bis 12. Woche

Phase B: Sprache
ca. 7. bis 12. Woche

Hirnprozesse im Training

von unten nach oben: „Bottom up-Prozesse“

von oben nach unten:
„Top down-Prozesse“

Kortex (Hemisphären):

frei für Entspannung oder andere Aufgaben

Inhalt bzw. Aufgabe verstehen und merken

Limbisches System, Thalamus:

Ausgleich durch
harmonische Musik

Zwischenspeicherung u. emotionale Bewertung von Stimme und Inhalt

Hörschnecke, Hörbahn:

Anregung durch Hochton- und Lateraltraining

Sensibilität verstärkt auf  Sprachmerkmale

 

Moderne Musik und hohe Laustärkedichte

Im Bild sehen Sie grafisch dargestellt, wie bei Techno-Musik technisch die Lautstärke permanent am absoluten Maximum gehalten wird (voller Ausschlag im Bild).

Dies ist heute die Tendenz im Konkurrenzkampf der modernen Musik- und Werbeproduktion, die sich durch hohe Lautstärkedichte durchsetzen will. Die Gefahr, sich durch solche Musik einen Hörschaden zuzuführen, ist besonders groß, da sie „laut gehört erst richtig wirkt“. Die Genusslautstärke muss heutzutage noch über den Großstadtgeräuschen liegen und sich zudem auch “fühlen” lassen (Bass Booster, große Bassboxen, Subwoofer). Wir setzen dagegen Mozart- und Barockmusik ein, um schöne, abwechslungsreiche und harmonische Informationen, gespielt auf natürlichen Instrumenten, anzubieten:

In diesem Bild (Vivaldis Mandolinenkonzerte) erkennen Sie: das gesamte Signal ist bedeutend abwechslungsreicher und insgesamt leiser. Sie erkennen einige Spitzen, die jedoch sehr kurz sind. Die Hörwahrnehmung folgt dieser Dynamik. Diese Musik entspricht in ihrer Qualität den Naturgeräuschen, welche Sie im Urlaub genießen.

Natürliche Merkmale der Musik erhöhen

Diese Abbildung zeigt, dass unser Gehör für Töne zwischen 2000 und 5000 Hz (Kurve am tiefsten) am empfindlichsten ist.

Ein Bereich, in welchem sich in der Hörschnecke die meisten Nerven (Haarzellen) befinden. Daher werden wir im Training mit dem Gerät HWT home durch Hochtonfilterung diese Frequenzbereiche besonders ansprechen und erreichen mehr Nervenaktivität in der Hörbahn. Das Hochtontraining fördert durch die Anregung verstärkte neuronale Aktivität und biochemische Stoffwechselprozesse. Dadurch wird die Vernetzung der Nervenzellen gefördert und eine Weiterentwicklung findet statt (Neuroplastizität).

Diese schematische Darstellung der Hörschnecke zeigt, dass höhere Frequenzen weiter vorn und tiefe hinten, in der Spitze der Schnecke, wahrgenommen werden. Dadurch sind die vorn am Fenster liegenden höheren Frequenzen besonders gefährdet. Denn der Schalldruck oder auch Mittelohrentzündungen belasten diesen Bereich. Tiefe Frequenzen (die heute „in“ sind) müssen als Druckwelle erst den Bereich der höheren Frequenzen durchlaufen! Höhere Frequenzen treten dagegen nur im Eingangsbereich der Hörschnecke auf.

Richtung, Orientierung, Nutzschall/Störschall

Dadurch, dass wir mit beiden Ohren hören, können Richtungen erkannt werden (links/rechts). Und dadurch, dass wir eine speziell geformte Ohrmuschel haben, können wir auch oben/unten unterscheiden. Das Richtungshören ist mit 12 Monaten Kindesentwicklung bereits entwickelt und stellt eine Basis für die gesamte Sprachentwicklung sowie die motorische Körperkontrolle dar. Im Training wird daher auch Wert auf das beidohrige Hören gelegt, mit dem Ziel, dass linkes und rechtes Ohr gut zusammenarbeiten. Dazu wird mit dem Gerät HWT home/standard ein Wechsel des Klanges zwischen den Ohren erzeugt (Lateraltraining). Wenn beide Ohren gut zusammenarbeiten, ist auch die Filterung besser und Störlärm kann leichter ausgefiltert werden, da dieser ja meist aus anderen Richtungen kommt und anders klingt. Eine große Hilfe für störschallempfindliche Kinder, die im Klassenzimmer permanenten Überlastungen ausgesetzt sind.