Erfahrungsberichte Erwachsene
Bei Erwachsenen sind die Erfahrungsberichte sehr persönlich und individuell.
Wir erhielten zahlreiche Rückmeldungen. Einen Teil davon dürfen wir hier veröffentlichen.
Die hier berichteten Erfolge bei Verwendung des HWT home mit Musik und ggf. auch Sprache sind wichtige Bausteine der gesamten Rehabilitation.
Ja nach Förderbedarf ist zu empfehlen, das Hörtraining länger als 12 Wochen (Trainingsplan) durchzuführen.
Hörtraining bei Schwerhörigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen
Ein junger Mann von 23 Jahren litt an Schwerhörigkeit und starken Aufmerksamkeitsstörungen bei guter Intelligenz. Seine Ärztin berichtet: „Der Benutzer ist 23 Jahre alt. Seit seinem ersten Geburtstag mittel- bis hochgradig schwerhörig. Er leidet an Sprachverständnisstörung, Sprachentwicklungs-störung in Grammatik und Wortschatz. Die Aussprache ist gut. Tonhöhen kann er nicht erfassen und fast überhaupt nicht wiedergeben, während er Geräusche gut wiedergeben kann. Er leidet unter schwerer Aufmerksamkeitsstörung. Die Intelligenz ist gut; er studiert Mathematik und Metereologie, hat aber große soziale Probleme, die autistische Züge tragen.
Nach vier bis fünf Wochen Hörtraining mit Musik, drei mal täglich 20-30 Minuten stellten wir folgende Ergebnisse fest:
- laute Geräusche waren nicht mehr so unangenehm
- Geräusche konnte er besser unterscheiden (z. B. konnten auf der Straße Stimmen und Fahrzeuggeräusche besser geortet werden)
- Richtungshören ist jetzt differenzierter
- Stimmen können besser unterschieden werden
- bei Musik kann er differenzierter zuhören und Melodien erkennen
Der Patient wirkt lebendiger (aufmerksamer, mit weniger Anstrengung) und hat seitdem zwei mündliche Prüfungen mit sehr gut und gut abgeschnitten, was früher nicht denkbar war. Allerdings macht er zur Zeit noch andere Therapien (Verhaltenstherapie, therapeutische Sprachgestaltung und Feldenkrais). Trotzdem sehe ich einen hohen Anteil seines besseren Befindens durch die Hörkur verursacht. Die Zeit der Hörkur gestaltet er sich als Entspannungssituation ohne weitere Tätigkeiten. Als Nebeneffekt hat er mehr und bewussteres Vergnügen an klassischer Musik entwickelt.“ (Dr. med. F.)
Hörtraining bei Tinnitus
Einer 40-jährigen Frau, die an Tinnitus (Brummton auf beiden Ohren) litt, empfahl der Therapeut täglich Musik über den HWT home mit Kopfhörern zu hören. Sie begann in Level 4 (erste Woche) dann Level 5 (zweite Woche) und Level 6 die restlichen vier Wochen. Sie empfand das Hörtraining als „Zeit der Ruhe“, „Man kann bei sich selbst sein.“. Sie konnte sich gar nicht genau an den Zeitpunkt erinnern, jedenfalls nach einigen Wochen waren die Ohrgeräusche verschwunden. Der Therapeut empfahl ihr, nach einem Jahr ggf. noch einen Trainingsblock zur Auffrischung und Stabilisierung durchzuführen.
Erfahrungsberichte von Senioren:
Hörtraining nach Schlaganfall
Frau K. aus R. schreibt nach vier Wochen Musik-Training mit dem HWT home über Kopfhörer: „Auf dem linken Ohr konnte ich nach drei Schlaganfällen das Hören nicht mehr wahrnehmen. Bereits nach wenigen Sitzungen stellte sich das Hören zu 50 Prozent wieder ein.“ Frau K. hat das Training selbst zu Hause durchgeführt und ihre Feinmotorik und das Gehör zusammen angeregt, sie berichtet: „Um die Motorik zu verbessern, habe ich gepuzzelt und dabei Musik gehört. Mehrmals am Tag.“ Im Fragebogen hat sie angegeben, dass sich der Redefluss, die Motorik und die Handschrift (Grafomotorik) etwas verbessert haben. Am deutlichsten hat sich das Hören verbessert. Parallel bekam sie noch Ergotherapie, Physiotherapie und Akupunktur.
Hörtraining bei Aphasie
Frau H., 50 Jahre, hatte eine Restaphasie nach Reanimation bei Kammerflimmern. Die Anamnese zeigte eingeschränkte Merkfähigkeit und Wortfindungsstörungen. Sie empfand Kommunikation oft als anstrengend und unbefriedigend. Frau H. hat von 11/2006 bis 1/2007 für 12 Wochen das Musiktraining nach Phase A zu Hause durchgeführt. Die Rediagnostik (Tabelle liegt vor) zeigt Verbesserungen in allen Bereichen. Besonders erfreulich ist die Verbesserung beim dichotischen Hören und die Steigerung der Merkfähigkeit für Zahlen und Silbenketten. Die Steigerung für die Merkfähigkeit bei Zahlen und Inhalten machen sich laut Frau H. auch im Alltag bemerkbar. Sie berichtet weiterhin, dass die Kommunikation mit einem oder mehreren Gesprächspartnern leichter geworden ist.
Diagnostik Testergebnisse mit AUDIVA Test-CD von Frau H.:
| 15.09.06 | 02.03.07 |
Geschichte nacherzählen | 11 Sinneinheiten | 12 Sinneinheiten |
Wörter ergänzen | 14 von 17 (Pausen mussten verlängert werden) | 16 von 17 (Pausen nicht verlängert) |
Silben nachsprechen (Mottier) | 10 von 30 | 15 von 30 |
Zahlen nachsprechen | 4 von 24 | 10 von 24 |
LUT 2 | Li 9, Re 8 von je 16 | Li 12, Re 14 von je 16 |
LUT 2 mit Störlärm | Li 10, Re12 von je 16 | Li 13, Re 10 von je 16 |
LUT 3 | Li 11, Re 8 von je 16 | Li 12, Re 10 von je 16 |
LUT 4 | Li 1, Re 4 von je 16 | Li 4, Re 13 von je 16 |
Dichotischer Hörtest für Erwachsene | Li 8, Re 21,5 von je 25 | Li 17, Re 25 von je 25 |
Hörtraining bei Aphasie mit Sprachverarbeitungsstörung
Die 71-jährige Dame wurde durch ihren Ergotherapeuten auf das Hörtraining aufmerksam und diese leiteten auch das Training an. Folgender Erfahrungsbericht erreichte uns: „Ist gut zurechtgekommen, wurde durch ihren Mann unterstützt. Die betreuende Praxis für Ergotherapie leitete das Training an: Zuerst nur Musikhören über Kopfhörer und dem HWT home. Nach einigen Wochen war das Musikhören und Zeitunglesen gleichzeitig möglich. Lautes Lesen ins Mikrofon: zuerst ungewohnt, ging dann immer besser und sie konnte sich übers Mikrofon genauer Hören. Hat meist 2 x 30 Min. am Tag das Training durchgeführt. Deutliche Verbesserungen waren festzustellen. Es wäre sinnvoll gewesen, das Training weiterzuführen. Die Krankenkasse wollte jedoch keine Kosten übernehmen und die Patienten wollten nicht selbst zahlen.“
Diagnostik Testergebnisse mit AUDIVA Test-CD:
| 12.04.04 | 26.1.05 |
LUT 2 | Re 6, Li 10 von je 16 | Re 11, Li 13 von je 16 |
LUT 2 mit Störlärm | Re 13, Li 11 von je 16 | Re 13, Li 12 von je 16 |
LUT 3 | Re 8, Li 8 von je 16 | Re 9, Li 14 von je 16 |
Dichotischer Hörtest | Li 5, Re 8 von je 25 (Pausen verlängert wegen langer Verarbeitungszeit) | Li 5, Re 22,5 von je 25 keine Pausenverlängerung mehr erforderlich (schnellere Verarbeitungszeit) |
Zahlentest | 11 von 24 | 13 von 24 |
Wörter ergänzen | 10 von 17, musste 2x hören | 14 von 17, 1x hören genügte |
Hochtonverstehen | 2000 Hz: 6 von 10 | 2000 Hz: 10 von 10 |
Hörtraining bei Broca-Aphasie mit Beeinträchtigung der Schriftsprache und des Lesens
Die Logopädin berichtet über ihre 63-jährige Patientin: „Frau E. hat vom 10. Oktober 2005 bis 6. Januar 2006 das AUDIVA Training durchgeführt. Im Anschluss daran wurde die Rediagnostik durchgeführt (Tabelle liegt vor). Die Rediagnostik zeigt Verbesserungen in allen Bereichen: Besonders erfreulich ist die Verbesserung beim dichotischen Hörtest und die Steigerung der Konzentration und Ausdauer, die nun ein zügiges Durchführen der Tests ermöglichten. Die Pausen zwischen den einzelnen Worten mussten nicht mehr verlängert werden. Die Verbesserung von Konzentration und Ausdauer machen sich auch im Alltag bemerkbar. Die Kommunikation mit mehreren Gesprächspartnern ist leichter geworden.“
Diagnostik Testergebnisse mit AUDIVA Test-CD
| 9.9.05 | 6.1.06 |
Dichotischer Hörtest | Li 2 / Re 25 von je 25 | Li 13,5 / Re 25 von je 25 |
Wortergänzung | 15 von 17, Pausen mussten verlängert werden | 15 von 17, Pausen mussten nicht mehr verlängert werden |
Lautverbindung | 12 von 17, Pausen mussten verlängert werden | 16 von 17, Pausen mussten nicht mehr verlängert werden |
LUT 2 | Li 11 / Re 7 von je 16 | Li 14 / Re 10 von je 16 |
LUT 2 | Li 9 / Re 7 von je 16 | Li 9 / Re 11 von je 16 |
Hochtonverstehen | 7 von 10 | 10 von 10 |
Hörtraining bei amnestischer Aphasie
Die Therapeutin berichtet über ihre 58-jährige Patientin: „Frau C. hat nach Weihnachten 2004 mit dem AUDIVA-Training begonnen. In der vierten und fünften Woche der Phase A (Musikhören) hat sie das Training nur einmal am Tag 40 Minuten durchführen können. Die Patientin musste das Training dann aus gesundheitlichen Gründen für zwei Wochen unterbrechen. Frau C. konnte das Training im März 2005 mit Phase B (Sprache) fortsetzen. Zunächst hat sie Sprache nur über CD gefiltert (über HWT home) gehört. In der dritten Woche (von Phase B) war die Patientin wieder aus gesundheitlichen Gründen verhindert (organische Untersuchungen). Ende März ist Frau C. wieder in das Training eingestiegen. Frau C. hat das Training mit Mikrofon ein- bis zweimal täglich durchgeführt und Ende April 2005 beendet. Die Rediagnostik zeigt Verbesserungen in allen Bereichen: Es war nun möglich alle Tests durchzuführen. In der Spontansprache treten nun deutlich weniger semantische und phonematische Paraphasien auf. Die Merkfähigkeit und die Verarbeitung auf dem rein auditiven Kanal haben sich verbessert, was der Patientin besonders beim Telefonieren, Fernsehen und in der Konversation auffällt. Es gelingt ihr nun besser dem Gesprochenen zu folgen und zu verstehen.“



