Rückmeldungen und Effekte
Rückmeldungen der Studentinnen und der Kinder
Etwa die Hälfte der Studentinnen gibt an, gegen Ende des Trainings durchaus erste Erfolge gesehen zu haben. So waren die Kinder anfänglich während des Trainings unruhig und abgelenkt, was sich mit der Zeit legte; fast alle Kinder waren gegen Ende ruhig und konzentriert. Am Schluss, so wurde von vielen Studentinnen berichtet, waren viele Kinder enttäuscht, dass sie nicht weiter Musik hören durften. Es gab fast kein Kind, dem es nicht gefallen hätte und das nicht gerne weitergemacht hätte. Fast alle Kinder geben dementsprechend (im Kinderfragebogen) an, dass das Musikhören ihnen sehr gut gefallen hat und sie es sehr mochten, tlw. sogar entspannend usw. fanden.
Trainingseffekte
Keine eindeutigen Hinweise auf Trainingseffekte in der „Landau-Studie“ fanden sich in den Elternfragebögen (vermutlich aus den o.g. Gründen) und dem Audiva-Aufmerksamkeitstest und –Hörscreener. Zu letzteren ist anzumerken, dass die Testbedingungen nicht immer optimal waren und die Kinder im Rahmen des Settings Schule teilweise auch das Gefühl hatten, im Sinne eines Leistungsverhaltens Tasten drücken zu müssen, selbst wenn sie nichts hören konnten.
Bei den Ergebnissen des Audiva-Testbogens sind Treatmenteffekte vor allem im Bereich „Nonsenssilben nachsprechen“ erkennbar. Nach dem Training konnten die Kinder signifikant mehr Silben korrekt nachsprechen als vor dem Training.
Bei den Lautunterscheidungstests und dem dichotischen Hörtest finden sich neben einem signifikanten Effekt beim dichotischen Hörtest deutliche Tendenzen in Richtung einer Verbesserung aufgrund des Trainings. Vermutlich werden diese Tendenzen aufgrund der bereits hohen Ausgangswerte (sehr viele richtige Antworten) nicht signifikant, da ausreichend große Veränderungen bei hohen Ausgangswerten nicht mehr möglich sind.
Die meisten Treatmenteffekte ergeben sich aus den Ergebnissen der Lehrerfragebögen. Danach sind die Kinder nach Ende des Trainings im Verlauf des Schulunterrichts weniger müde, unkonzentriert und ablenkbar und zeigen einen geringeren Leistungsabfall im Verlauf des Vormittags. Sie verwechseln Buchstaben beim Lesen weniger oft, haben weniger Probleme beim Sprechen mancher Laute und werden von Anderen beim Sprechen besser verstanden. Zudem fragen die Kinder bei Diktaten weniger häufig nach, lassen bei Diktaten weniger Wörter oder Wortteile aus und lernen besser auch nach mündlicher Textvorgabe. Sie finden Geräusche seltener zu laut, halten sich seltener die Ohren zu, überhören Geräusche weniger oft und erkennen häufiger, aus welcher Richtung Geräusche kommen.
Die Ergebnisse weisen die Effektivität des AUDIVA-Trainings in einigen Teilbereichen nach. Aufgrund der genannten teilweise ausgeprägten Einschränkungen und der teilweise bereits sehr hohen Ausgangsleistungen der getesteten Kinder ist dies als ein positives Resultat zu werden.
Betrachtet man die Bedingungen, unter denen die Ergebnisse zustande kamen, ist anzunehmen, dass sie in einem anderen Setting und unter anderen Bedingungen besser ausgefallen wären. Würde das Training z.B. regelmäßig und ohne Ablenkungen, Störungen und Unterbrechungen von außen mit dem einzelnen Kind zuhause durchgeführt, könnte es sicher weitaus deutlichere positive Veränderungen bewirken.
Kurz gesagt: "Selbst unter den ungünstigen Testbedingungen (unruhige Klassenumgebung statt regelmäßigen ruhigen Heimtrainings) weisen die Ergebnisse der Studie die Effektivität des AUDIVA Trainings in den oben spezifizierten Teilbereichen nach."


