HörScreening
4.2 ERGEBNISSE DES AUDIVA-HÖRSCREENERS
Beim Hörscreener wurden getrennt für das rechte und linke Ohr Sinustöne in 5 verschiedenen Frequenzen vorgegeben. Nach Einweisung des Kindes wurde der automatische Testablauf gestartet, bei dem der Versuchsleiter nicht mehr eingriff.
Begonnen wurde jede Frequenz bei 0dB (durchschnittliche erwartete Hörschwelle), dann in +5dB Schritten bis +30dB gesteigert. Erfolgte kein Tastendruck, begann die nächste Frequenz entsprechend. Wurde die Taste gedrückt, verringerte sich die Lautstärke solange (bis minimal -12dB), bis kein Tastendruck mehr erfolgte (ein Tastendruck bei -12dB führte zum Wechsel auf die nächste Frequenz). Dann erhöhte sich die Lautstärke erneut und erwartete die 2. Antwort, nach der zur nächsten Frequenz gewechselt wurde.
Folgende dB Schritte standen zur Verfügung: -12, -8, -4, 0, 5, 10, 15, 20, 25, 30dB. Damit bei den Berechnungen auch diejenigen Kinder mit einbezogen werden konnten, die die Taste überhaupt nicht gedrückt hatten, erhielt das „Nichtdrücken“ den höchsten (fiktiven) Wert (35 dB).
Auch für den Hörscreener wurde Cronbachs Alpha berechnet: Einbezogen wurden alle fünf Frequenzen beider Ohren. Dabei ergab sich ein Wert von ,897.
Aus den Ergebnissen des Hörscreeners ergeben sich pro Ohr und Frequenz zusätzlich zur Kontrollgruppe zwei weitere Gruppen:
Die Extremgruppe, der all diejenigen Kinder zugeordnet wurden, die zum ersten Messzeitpunkt den entsprechenden Ton erst bei 15 dB oder einer höheren dB-Zahl bzw. gar nicht gehört hatten sowie die Gruppe der Hochsensiblen, die zum ersten Messzeitpunkt den Ton noch bei einer der sehr niedrigen dB-Zahlen (-8 oder -12 dB) gehört hatten. Gemäß dem Ziel des AUDIVA Trainings sollten die dB-Zahlen nach dem Training in der Extremgruppe sinken, in der Gruppe der Hochsensiblen hingegen ansteigen.
Wie bei den anderen Tests auch, wurde die Extremgruppe der Kontrollgruppe gegenüber gestellt, wobei die Hochsensiblen nicht in die Berechnungen mit einbezogen wurden. Für die getrennt ausgewertete Gruppe der Hochsensiblen war die Bildung einer Kontrollgruppe nicht möglich, da die bereits in der Extremgruppe sehr geringe Anzahl der Hochsensiblen in der Kontrollgruppe deutlich zu niedrig war (i.d.R. 1-3 Personen) und die Kontrollgruppe per se sich zu einem Vergleich nicht eignet.
Zu den Ergebnissen ist zusätzlich anzumerken, dass eine Verbesserung entweder ein Hinweis auf besseres Hören oder ein Hinweis auf bessere „Hör“-Aufmerksamkeit sein kann.
4.2.1 VERGLEICH VON EXTREMGRUPPE UND KONTROLLGRUPPE
Bei allen fünf Frequenzen pro Ohr, insgesamt zehn, findet sich in der Extremgruppe eine signifikante, sehr signifikante oder hoch signifikante Verbesserung zwischen dem ersten und zweiten Messzeitpunkt (alle Ergebnisse siehe Tabelle 2 und 3, Mittelwertsverläufe Abbildung 3 – 6). In der Kontrollgruppe lässt sich eine signifikante Verbesserung bei zwei von zehn Frequenzen erkennen.
Ein Testübungseffekt kann daher nicht ausgeschlossen werden. Die deutliche Verbesserung in der Extremgruppe weist jedoch auf einen Effekt des AUDIVA Trainings hin.
Tabelle 2: Ergebnisse des Audiva-Hörscreeners für die Extrem- und Kontrollgruppe zu den beiden Messzeitpunkten – Teil 1.
EG = Extremgruppe, KG = Kontrollgruppe, MW = Mittelwert in dB, SD = Standardabweichung, N = Häufigkeit, Z = Prüfgröße des Wilcoxon-Tests, p = Signifikanz (5% Niveau)
Tabelle 3: Ergebnisse des Audiva-Hörscreeners für die Extrem- und Kontrollgruppe zu den beiden Messzeitpunkten – Teil 2.
EG = Extremgruppe, KG = Kontrollgruppe, MW = Mittelwert in dB, SD = Standardabweichung, N = Häufigkeit, Z = Prüfgröße des Wilcoxon-Tests, p = Signifikanz (5% Niveau)
Abbildung 3: Hörscreener: Extremgruppe linkes Ohr.
Abbildung 4: Hörscreener Kontrollgruppe linkes Ohr.
Abbildung 5: Hörscreener: Extremgruppe rechtes Ohr.
Abbildung 6: Hörscreener: Kontrollgruppe rechtes Ohr.
4.2.2 DIE GRUPPE DER „HOCHSENSIBLEN“
In der Gruppe der Hochsensiblen lässt sich bei all denjenigen Frequenzen, in denen die Anzahl der Kinder hoch genug für einen Mittelwertsvergleich der beiden Messzeitpunkte war, eine signifikante Verbesserung dahingehend erkennen, dass die durchschnittliche dB-Zahl ansteigt (alle Ergebnisse siehe Tabelle 4, Mittelwertsverläufe siehe Abbildung 7 und 8). Auch wenn die Anzahl der Kinder hier teilweise sehr gering ist, könnte dies doch, im Vergleich mit der Extremgruppe, der Vermutung bezüglich des Effekts des AUDIVA Trainings entsprechen und ein Hinweis auf dessen „ausgleichende“ Wirkung (Annäherung an 0 dB) sein.
Tabelle 4: Ergebnisse des Audiva-Hörscreeners für die Gruppe der Hochsensiblen zu den beiden Messzeitpunkten:
MW = Mittelwert in dB, SD = Standardabweichung, N = Häufigkeit, Z = Prüfgröße des Wilcoxon-Tests, p = Signifikanz (5% Niveau)


