Universität Magdeburg:

Die Wirkung eines musikorientierten motorischen Interventionskonzeptes zur Ausprägung koordinativer Fähigkeiten und tänzerischer Fertigkeiten bei hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern

Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf weitere Studien, die in diesem Gebiet interessant wären:

Ziel unserer Arbeit war es, einen Einblick in das Wissen über die Wirkungen von Musik und Vibrationen zugeben und aus bereits bekannten Beobachtungen und Erklärungsmodellen zu begründen, warum musikorientiertes motorisches Lernen unter Nutzung von Musik und aus ihr gewonnenen Vibrationen für Hörgeschädigte der zweiten Klasse sinnvoll sein kann. Es konnten in bisherigen Untersuchungen Indizien gefunden werden, dass motorisches Lernen durch Vibrationen und Musik beeinflusst werden kann. Es fiel jedoch auf, dass das vorhandene Wissen auf diesem Gebiet für eine befriedigende Argumentation derzeit nicht ausreicht. Es gibt noch nicht ausreichend empirische Daten zum Zusammenhang von in Vibrationen transformierter Musik mit dem motorischen Lernen oder mit der Rhythmisierungsfähigkeit oder mit dem Sprachrhythmus. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Verarbeitung von Musik oder Vibrationen bei Hörgeschädigten auf dieselbe Art funktioniert, wie bei Normalsinnigen, ist auch die Übertragung bereits bekannter Sachverhalte auf diese Zielgruppe schwierig. Dies verringert noch einmal die Zahl der gesicherten Aussagen, die zur Beantwortung der aufgeworfenen Fragen gegeben werden können. Um diese Lücke zu schließen, und in der Hoffnung den Hörgeschädigten sowohl Musik näher bringen zu können als auch motorische Verbesserungen zu erzielen, wurde eine empirische Untersuchung unternommen. Auf dieser Grundlage wurde ein Interventionskonzept entworfen, indem Musik hochtonverstärkt und in Vibrationen umgewandelt wurde, um sie für die Hörgeschädigten besser wahrnehmbar zu machen. Musik und Vibrationen wurden dann für musikorientiertes motorisches Lernen mit Hörgeschädigten verwendet. Eine Kontrollgruppeübte zwar mit derselben Musik aber ohne Vibrationen. Es konnte durch einen Test der allgemeinen Körperkoordination (KTK nach Kiphard und Schilling, 2000), sowie durch eine Leistungsüberprüfung des geübten motorischen Lernstoffes eine signifikante Verbesserung aller Probanden durch das musikorientierte motorische Lernen und eine tendenziell stärkere Verbesserung der Experimentalgruppe in allen Tests gefunden werden. Daraus kann gefolgert werden, dass diese Art der Intervention grundsätzlich sinnvoll ist, und dass sie durch das motorische Lernen mit Hochtonverstärkung und Vibrationen wahrscheinlich noch effektiver gestaltet werden kann. Für das im Kontext fehlende Wissen lassen sich aufgrund der Größe und Ausprägung der empirisch gewonnenen Datengrundlage nur vage bestätigte Antworten geben. Der Zusammenhang zwischen motorischem Lernen und in Vibrationen transformierter Musik lässt sich, zumindest für Hörgeschädigte tendenziell als positiv beschreiben und lohnt daher eine genauere Untersuchung in späteren Forschungsarbeiten, denen eine höhere Zahl an Probanden zur Verfügung steht. Auch Untersuchungen mit Normalsinnigen, sowie eine Untersuchung der Wirkungen auf Bewegungs- und Sprachrhythmus, könnten in Anbetracht der Ergebnisse von Schiftan (2006) ertragreich sein. Neben der ansatzweisen Beantwortung dieser Grundlagenfragen kann durch die Arbeit ein Hinweis für weitere pädagogische Bemühungen in Hörgeschädigtenschulen gegeben werden. Sollten sich weitere Bestätigungen für die Effektivität der hier vorgestellten Methode finden, könnte das musikorientierte Üben ohne Vibrationen, welches mit relativ einfachen Mitteln durchführbar ist, in die Schulpraxis an Hörgeschädigtenschulen eingeführt werden und den Disziplinenkanon im Sportunterricht ergänzen. Sollten in der Zukunft auch die Mittel für das Üben mit Musik in Form von Vibrationen bereitstehen, so scheint dieses eine noch bessere Alternative zur koordinativen Leistungssteigerung darzustellen.

Soweit die Zusammenfassung von Franz Wegener, Universität Magdeburg

Material für den Tanzunterricht

Aus Anlass des Forschungsprojektes „Musikorientiertes motorisches Lernen bei hörgeschädigten und gehörlosen Kindern“ der Otto- von- Guericke- Universität Magdeburg, Institut für Sportwissenschaft, Prof. Dr. Anita Hökelmann haben wir die abgebildete drahtlose Kopf- und Knochenhörer Kombination für hörbehinderte Kinder entwickelt, die dadurch an Bewegungs- und Tanzübungen in Gruppen teilnehmen können. Durch den Knochenhörer können Gehörlose den Schall am Kopf spüren.

Die Bewegungsfreiheit wird dadurch erreicht, dass jedes Kind eine Gürteltasche trägt, in der die Empfangselektronik untergebracht ist.
Ein leichter Kopfhörer (QP 160, 70g) wird mit Kinnband versehen und sitzt dadurch sicher und bequem am Kopf.
Zusätzlich ist ein Knochenhörer (S 2341) im Kopfbügel integriert.
Diese Ausstattung umfasst:

Empfangssystem in Gürteltasche mit passendem Kopfhörer +  Knochenhörer. Gürteltasche: Empfangsmodul von Sennheiser, Verstärker für Knochenhörer mit 1xLautstärkeregelung (Mono). Verstärker für Kopfhörer mit 2 x Lautstärkeregelung (Stereo). Gemeinsame Mini-Din Anschlussbuchse für Kopfhörer und Knochenhörer.
Akku und Akkuüberwachung (rotes Licht, wenn Akku schwach), Akku Ladebuchse. Externe Ladestation für Akkuladung.
Kopfhörer + Knochenhörer: Kopfhörer QP 160, Knochenhörer S2341 (im Bügel des Kopfhörers integriert), gemeinsame Zuleitung zum Gürtel mit Mini-Din Stecker. Flexibles Kinnband mit Klettverschluss zur Fixierung des Kopfhörers bei Bewegung.
Sender: eine gemeinsame Sendestation von Sennheiser für beliebig viele Kopfhörer (alle Kopfhörer und Knochenhörer haben die gleichen Signale). Alles, was Sie über CD oder Mikrofon einspielen/sprechen wird auf den Empfänger übertragen. Reichweite bis 100 Meter bei freier Sicht. Discman zum Abspielen beliebiger Musik-CDs. Mikrofoneingang mit Lautstärkeregelung zur Ansage. Sendestation montiert auf eine Platte zum bequemen Transport. Sendersignal kann mit HWT home/praxis/Spectrum kombiniert werden.
Anpassung:
Die Grundlautstärke wird mit den Drehknöpfen in der Gürteltasche eingestellt, die Gürteltasche mit Reißverschluss verschlossen. So wird die Lautstärke für jeden Patienten individuell angepasst. Für leicht bis mittelgradig schwerhörige Patienten bis zu Patienten mit Hyperakusis.
Einsatzmöglichkeiten:

  • Musikalisch-rhythmische Früherziehung
  • Musikunterricht in Gruppen mit Hörstörungen
  • Tanzunterricht in Gruppen mit Hörstörungen

Bestellung: wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot. Bei Interesse senden Sie uns eine Email.