Wirksamkeit eines Hörtrainings mit Musik bei Kindern mit Sprachverständnisstörungen im Vorschulalter

Dr. phil. Kaija Früchtenicht, Dipl. Sprachheilpädagogin
Promotion an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Erstbetreuer: Prof. Dr. Dietmar Grube,  Zweitbetreuer: Prof. Dr. Friedrich Linderkamp

Einleitung:

Gegenstand der Arbeit sind Sorgenkinder der Erzieherinnen, und zwar Kinder, die nach ihrer Einschätzung nicht zuhören können, sich nur mühsam etwas merken können und/oder die offensichtlich mit der Geräuschkulisse des KiTa-Alltags Probleme haben.

Abstract: 

In einem Zeitraum zwischen März 2010 und Juni 2013 wurde eine Wirksamkeitsstudie mit 92 Kindern (116 Probandendaten) im Vorschulalter (4-6 Jahre) mit rezeptiven Sprachstörungen durchgeführt. 10 Kindergärten in den Landkreisen Osterholz, Cuxhaven, Oldenburg sowie der Stadt Delmenhorst haben an der Studie teilgenommen. 32 Kinder hörten in ihrem Kindergarten 12 Wochen lang 3 mal in der Woche je 30 min. technisch veränderte Musik über Kopfhörer HG1. Die 2 Kontrollgruppen bestanden aus Kindern, die in rezeptiver Sprachleistung, Alter und Geschlecht parallelisiert wurden. Die Wartegruppe WG bestand aus 37 Kindern. Weitere 31 Kinder haben an einer unspezifischen Intervention PFG teilgenommen. Alle 92 Kinder wurden in einem Prä-Post Design in einem Beobachtungszeitraum von ca. 15 Wochen mit denselben Verfahren getestet. Es wurden das Grammatikverständnis, die auditive Merkspanne, das phonologische Arbeitsgedächtnis, die Lautunterscheidungsfähigkeit ohne Störgeräusch sowie das Hochtonverstehen überprüft.

Material und Methode: Musikauswahl:

Violinkonzerte und frühe Sinfonien von Mozart, sowie Bach und Vivaldi. Die Musik wird technisch verändert: Hohe und mittlere Frequenzen werden in Abständen verdichtet und links-rechts bewegt. Tiefe Frequenzen werden in Gegenphase verringert bis ganz entfernt (AUDIVA Verfahren). Siehe Abbildung rechts. Alle Kinder hören über ohrumschließende, jedoch akustisch offene Kopfhörer (Modell QP 160).

Gruppenbildung:

4-6 jährige Kinder, die mit einer schwachen Leistung im TROG-D (A. Fox, A.: Test zur Überprüfung des Grammatikverständnisses) abschnitten und bei mind. einer Aufgabe im HASE (Schöler. H., Brunner, M.: Heidelberger auditives Screening in der Einschulungsuntersuchung) einen Wert im Risikobereich erreichten, nahmen an der Studie teil. Es wurden eine Hörtrainingsgruppe (HG₁), eine Wartegruppe (WG) und eine pädagogische Fördergruppe (PFG) gebildet.

Klick vergrößert. Das Musiksignal welches die Kinder über die offenen Kopfhörer hören, hat eine Lateralisierung und eine Hochtonfilterung durch das HWT Gerät bekommen, wie man dieser Grafik entnehmen kann.

Prä- und Posttestung:

In einem Zeitraum von ca. 15 Wochen wurden die Probanden und die Kontrollgruppenkinder mit den folgenden Verfahren getestet: HASE: Nachsprechen von Sätzen, auditive Merkfähigkeit und Satzproduktion #1; Wiederholen von Zahlenfolgen: auditive Merkspanne #2; Nachsprechen von Kunstwörtern: phonologisches Arbeitsgedächtnis #3; AUDIVA Test –CD: Lautunterscheidungstest ohne  Störgeräusch #4, Hochtonverstehen bei 4000 #5 / 3000 #6 /2000 Hz.

Ergebnisse:

#1 Nachsprechen von Sätzen

#4 Lautunterscheidungstest ohne Störgeräusch

 

#2 Wiederholen von Zahlenfolgen

#5 Hochtonverstehen bei 4000 Hz

 

#3 Nachsprechen von Kunstwörtern

#6 Hochtonverstehen bei 3000 Hz

Schlussfolgerung:

Die erhobenen Daten der Kinder, die das Hörtraining mit technisch veränderter Musik absolviert haben, haben sich gegenüber den Kontrollgruppenkindern in den getesteten Bereichen signifikant gebessert.
Da aus bisherigen Studien hervorgeht, dass das phonologische Arbeitsgedächtnis mit bisherigen Sprachtherapiemethoden bei Kindern mit SES und bei „Late-Bloomers“ eingeschränkt bleibt (Henry, 2012), erscheint das Hörtraining angesichts der Ergebnisse der Studie eine sinnvolle und ökonomische Ergänzung zu bisherigen Therapiemethoden und vorschulischen Förderprogrammen.

Fulltext bei der Uni Oldenburg: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:715-oops-25722

Download als Poster A4 | Download als Poster A3 | Die Studie als Foliensammlung können Sie hier von unserem Server herunterladen.

Schlussfolgerung für Audiva

Wir können nun einen Beweis erbringen, dass das HWT in Phase A regelmässig durchgeführt, zu enormen Steigerungen in den sprachlichen Leistungen der Kinder führt.

Wenn Eltern sich ein HWT für 12 Wochen mieten oder für länger kaufen und es täglich durchführen, sind die Aussichten auf Erfolg gut. Auch die Aussicht auf Erstattung oder Bezuschussung der KK steigt. Der medizinische Dienst der Krankenkassen kann sich die Forschungsergebnisse hier ansehen. Wir erstellen gerne ein Angebot für das benötigte Material.


Werdegang dieser Studie

Hier können Sie sich das Studiendesign: Download PDF von Frau Kaija Früchtenicht ansehen. Die Studie untersucht die Wirksamkeit des Audiva HörWahrnemungsTraining bei Kindern im Vorschulalter mit einer Sprachverständnisschwäche. Die Kindergarten-Kinder setzen sich einfach nur die offenen Kopfhörer auf, können sich miteinander unterhalten, dabei ist die Audiva Musiktherapie in ihrem Gehirn präsent und wirksam. 

Wie kann das in ihrem Kindergarten oder Schule umgesetzt werden. Presseberichte hier.

Video: Salongespräch Gesundheitslounge Berlin Sendung 12/2012 "Kinder brauchen Musik zum Lernen" Herr Dr. Jentschke und Frau Dr. Früchtenicht im Interview: